Kronfeld, Robert (1904-1948), Flieger

Kronfeld Robert, Flieger. * Wien. 5. 5. 1904; † England, 12. 2. 1948. Sohn des Vorigen, Neffe des Mediziners Adolf K. (s. d.) und des Botanikers und Journalisten Ernst F. Moriz K. (s. d.); außerordentlich kühner Faltbootfahrer (z. B. befuhr er 1926 den Ebro in seiner ganzen Länge). Gehörte der ersten Segelfliegerschule in Österr. (auf dem Hundsheimer Kogel) an, erhielt wegen seiner Begabung 1927 ein Stipendium an der Segelfliegerschule Rossitten an der Kur. Nehrung, war dann an der Fliegerschule in der Rhön und stellte bereits 1929 mehrere Weltrekorde im Segelflug auf. 1930 feierte er Triumphe in England, am 20. 6. 1931 überquerte er als erster Segelflieger in beiden Richtungen den Ärmelkanal und gewann den von der engl. Ztg. „Daily Mail“ ausgesetzten Preis von 1000 Pfund. Einige Zeit Lehrer an der Ing.-Fliegerschule in Weimar, ab 18. 1. 1938 ganz in England lebend, gründete er hier eine Fabrik für Leichtmotorflugzeuge und war während des Zweiten Weltkrieges Fluglehrer im Majorsrang. Bei einem Probeflug mit einer Versuchsmaschine („Nur-Flügel“-Flugzeug, ohne Rumpf) stürzte er in England ab. K., ein Pionier des Segelfluges, entwickelte diesen Sport zu einer bis dahin ungeahnten Vollendung. Er führte 1928 den ersten Hochgebirgssegelflug bei – 30° über die Rax aus, nützte als erster die Aufwinde für den motorlosen Flug, erreichte auf diese Weise große Höhen und legte Distanzen von bisher unerreichter Länge zurück. Er erfand das sogenannte „Gewittersegeln“ (1929 Preis der „Grünen Post“ zur Erforschung der Luftströmungen, 1930 Hindenburgpokal für Langstreckenflüge, 1934 Silberne Medaille der Liliental-Ges.) und entwickelte die „Motorschleppflüge“.

L.: Voss. Ztg. vom 24. 1. 1930; Freiheit vom 22. 11. 1930; Volksztg. vom 22. 6. 1931; Wr. Illustrierte vom 21. 2. 1948; Austro-Philatelist, Jg. 2, 1938, n. 1, S. 16 f., n. 2, S. 47; Mitt. F. Hirt, Wien.
(Red.)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 295f.
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