Schneider von Arno, Joseph Frh. (1810-1857), Generalmajor

Schneider von Arno Joseph Frh., Herr und Landmann in Tirol, General. Geb. Aigen (Aigen i. Mühlkreis, OÖ), 8. 11. 1810; gest. Bologna, Kirchenstaat (Italien), 27. 1. 1857. Sohn des Karl Frh. S. v. A. d. Ä., Bruder von Karl Frh. S. v. A. d. J. und Ludwig Frh. S. v. A. (alle s. d.), Onkel der Folgenden. Erhielt 1821 in Würdigung der Verdienste seines Vaters einen vom K. gestifteten Freiplatz an der Theresian. Militärakad. in Wr. Neustadt, wurde 1828 als Fähnrich zum IR 59 ausgemustert, 1831 Lt., 1832 Oblt., 1834 Kapitänlt., 1837 Hptm., 1845 Mjr., 1848 Obstlt., 1849 Obst. und 1852 GM. Nach Dienstleistungen in den IR 32 und 8 1846 zum IR 29 transferiert, nahm er noch im selben Jahr an der Bekämpfung des Krakauer Aufstands teil, führte die Avantgarde der schon zurückgewichenen Brig. Collin beim erneuten Vorrücken auf die Stadt erfolgreich an und bestand auch das Gefecht bei Podgórze (Kraków). 1848 bewährte er sich neuerl. in Krakau (Kraków), bald darauf bei der Einnahme von Wien. Zu Anfang des Folgejahres zeichnete er sich in Ungarn in der Schlacht bei Kápolna aus. Im Mai desselben Jahres übernahm er das Kmdo. des IR 29 sowie das der Brig. Wyß, tat sich bei Csanak hervor, wo er, unter unerwarteten Voraussetzungen kämpfend, den überlegenen Gegner zum Verlassen seiner Stellung zwang und später durch einen Flankenangriff bei Raab (Győr) zum Sieg des l. Armeekorps sowie zum erzwungenen Rückzug der Ungarn nach Komorn (Komárno) wesentl. beitrug. Auch in den übrigen Treffen dieses Jahres focht er erfolgreich, so u. a. bei Dreispitz (Şagu). 1852 avancierte er zum Brigadier im 8. Armeekorps und übernahm die Kommandantur der seit 1849 bestehenden österr. Garnison in Bologna. S. heiratete 1839 Josephine Gfn. Clary-Aldringen (1808–49), 1851 Wilhelmine Freiin Pongrácz de Szent-Miklós et Ovár (1824–99). Er war Träger zahlreicher Ausz. Durch kluge Dispositionen, persönl. Tapferkeit sowie durch Motivieren seiner Untergebenen wurde S. zu einem der verdientesten Off. des IR 29, zu dessen erhöhtem Ansehen er wesentl. beitrug. In Friedenszeiten aber verstand er es, die Eintracht zwischen Militär- und Zivilpersonen zu fördern.

L.: Gazzetta di Bologna vom 30. 1., Wr. Ztg. vom 6. 2. 1857; Militär-Ztg. 10, 1857, S. 198; Oesterr. Militär-Kal. für das Jahr 1859, 1858, S. 118ff.; Krackowizer; Svoboda 1, S. 514f.; Wurzbach (s. unter S. v. A. Karl Frh.); J. Baronin Schneider-Arno, Aus Oesterreich! Biographie des Großvaters der Verfasserin . . ., 1889, S. 80; R. v. Hödl, Geschichte des k. u. k. IR 29 . . ., 1906, S. 355ff., 369; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 50, 1994), S. 386f.
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