Steyskal (Stejskal), Karl (Carl) Franz von (1872–1945), Internist

Steyskal (Stejskal) Karl (Carl) Franz von, Internist. Geb. Sokoly, Mähren (Sokolí, Tschechien), 28. 1. 1872; gest. Wien, 11. 4. 1945; röm.-kath. Sohn eines Müllermeisters, Adoptivsohn und Neffe von F. v. Stejskal (s. d.). Nach Absolv. seiner Schulausbildung stud. S. ab 1890 Med. an der dt. Univ. Prag sowie ab 1892 an der Univ. Wien; 1896 Dr. med. 1905 habil. sich S. für innere Medizin, 1913 übernahm er eine Primararztstelle am Spital der Barmherzigen Brüder in Wien. 1919 tit. ao. Prof. S. gilt als Begründer der Osmotherapie, eines therapeut. Verfahrens zur günstigen Beeinflussung gewisser Krankheiten durch Erhöhung des osmot. Drucks des Blutes, das u. a. in der Schocktherapie Anwendung findet. In seinem Werk „Neue therapeutische Wege“, 1924, stellte S. neben der Kombination von Proteinkörpertherapie mit der Osmotherapie erstmals die lokale Anwendung der Proteinkörpertherapie dar. 1929 gelang ihm der Nachweis der Wirksamkeit von Lipoidextrakten aus der Niere bei der Behandlung von Nierenerkrankungen. Darüber hinaus befaßte er sich auch mit Diabetes. 1895 wurde ihm der Ritterstand seines Onkels Franz v. S. übertragen.

W.: Grundlagen der Osmotherapie, 1924; etc.
L.: Lesky, S. 328; I. Fischer, Geschichte der Ges. der Ärzte in Wien 1837–1937, 1938, S. 129f., 168, 180, 185; Pfarrkirche Třebíč-zámek, Tschechien; UA, WStLA, beide Wien.
(G. Novotný)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 245
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