Aichner, Simon (1818-1910), Bischof

Aichner Simon, Bischof. * Terenten im Pustertal, 19. 10. 1818; † Neustift b. Brixen, 3. 11. 1910. Stud. in Bozen, Brixen und Innsbruck, 1840 Priesterweihe, Präfekt, dann Lehrer des kanonischen Rechts, 1861–81 Regens am Brixener Priesterseminar, 1882 Weihbischof und Generalvikar von Vorarlberg, 1884 Fürstbischof von Brixen und damit Herrenhausmitgl. und Mitgl. des Tiroler Landtages, 1888 Geh.Rat. Beim Kongruagesetz vertrat er den kirchlichen Charakter des Religionsfonds und im Streit zwischen Christlichsozialen und Konservativen in Tirol verbot er 1904 dem Klerus die Teilnahme am christlichsozialen Bauernbund. Er schrieb ein „Compendium juris canonici“ und wurde 1865 Dr. jur.h.c. der Univ. Wien. Wegen hohen Alters und infolge eines Augenleidens, hauptsächlich aber weil es ihm nicht gelang, den Streit zwischen Konservativen und Christlichsozialen in seinem Sinne beizulegen, resignierte er März 1904; Juni 1904 wurde er zum Titularerzbischof von Theodosiopolis ernannt.

W.: Compendium iuris ecclesiastici, 1862, 10. Aufl. 1905.
L.: N.Fr.Pr. vom 2. und 3. 11. 1910; Wr.Ztg. vom 3. 11. 1910; A. Sparber, Aus dem Leben und Wirken des Fürstbischofs Dr. S.A. von Brixen, in: Der Schlern, 1951; Biogr. Jb.; Buchberger; Die kathol. Kirche, S. 443; NDB.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 10
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