Alscher, Otto (1880-verschollen seit 1945), Schriftsteller

Alscher Otto, Dichter. * Perlés (damals Perlasz a. d. Theiß, Militärgrenze), 8. 1. 1880; seit 1945 verschollen. Väterlicherseits schlesischer, mütterlicherseits elsässischer Herkunft. Der Vater diente als Rechnungsuffz. bei einem Husarenrgt. und wechselte sehr häufig den Aufenthaltsort. Längere Zeit weilte die Familie in Orsowa am Eisernen Tor, wohin Alscher, nach seiner Ausbildung zum Graphiker in Wien, zurückkehrte. Er erbaute sich ein eigenes Heim (1905) und führte ein naturverbundenes Leben. Seit 1911 Journalist, nach dem Weltkrieg Sekretär des deutschen Volksrates in Ungarn und Schriftleiter des Pester „Deutschen Tagblattes“. 1924 zog er sich in seine Wälder zurück und lebte weltabgeschieden in der Wildnis. In den Mittelpunkt seiner Werke rückt Alscher neben das Tier das Leben des Zigeuners, das nach seiner Meinung auf der Stufe zwischen Tier und Menschenkindheit steht. Er zählt nicht nur zu den bedeutendsten donauschwäbischen Dichtern, sondern auch zu den namhaftesten Tierschilderern der dt. Literatur.

W.: Ich bin ein Flüchtling, Roman, 1909; Mühselige und Beladene, Novellen, 1910; Gogan und das Tier, Roman, 1912; Zigeuner, Novellen, 1914; Wie sie leben und lebten, Erzählungen, o. J.; Die Kluft, Rufe von Menschen und Tieren, 1917; Tier und Mensch, 1928 (niederländische Übers. 1930).
L.: W. Schneider, Die auslandsdeutsche Dichtung unserer Zeit, 1936; A. Scherer, Das donauschwäbische Stammesschrifttum; Nagl-Zeidler, s. Reg.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 15
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