Andrássy, Julius d. J. Gf. (1860-1929), Minister

Andrássy Julius (d. Jüngere) Graf, Staatsmann. * Budapest, 30. 6. 1860; † Budapest, 11. 6. 1929. Sohn Julius A. d. Ä. (s. d.). Wurde 1885 in das ungar. Abg.-Haus gewählt, 1893 Unterstaatssekretär, 1894 Min. am kgl. Hoflager und schied nach der Einführung der neuen parlamentarischen Hausordnung unter Tisza aus der Regierungspartei aus. Als Führer der liberalen Dissidenten und des Oppositionskartells unterhandelte er nach dem Sturz Tiszas mit der Krone, 1906–10 als Innenmin. im Kabinett Wekerle, gelang es ihm nicht, die milit. Forderungen und die Wahlreform durchzusetzen. Am 24. 10. 1918 übernahm er das Außenmin., bot am 28. 10. 1918 der Entente den Sonderfrieden an und trat am 1. 11. 1918 als letzter österr.-ungar. Außenmin. zurück. Mitgl. der neuen ungar. Nationalversammlung, 1921 Führer der christlich-demokratischen Partei; nahm am Oktoberputsch K. Karls teil und war daher sieben Wochen in Untersuchungshaft. 1926 schied er aus der Nationalversammlung aus.

W.: Ungarns Ausgleich mit Österr. vom Jahre 1867 (dt. 1897); Die Ursachen des Bestehens des ungar. Staates und seiner konstitutionellen Einrichtungen, 3 Bde., 1901– 11; Wer hat den Krieg verbrochen? 1915; etc. Verzeichnis der gesamten Werke des jüngeren G.J.A., 1896–1929, von J. Kertész, 1933.
L.: A. Apponyi, G.A.G, emlékezete, 1930; A. Thewrewk-Pallaghy, G.J.A. der Einzelgänger, 1932; J. Kertész, G.J.A. und die österr.-ungar. Monarchie, 1934; Ders., Polen und die Grafen A., 1936; R. Kiszling, Erzh. Franz Ferdinand, 1953; Irodalmi L.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 21
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>