Antoine, Franz de Paula d. Ä. (1768–1834), Hofgärtner und Pomologe

Antoine Franz de Paula d. Ä., Hofgärtner und Pomologe. Geb. Möllersdorf (Traiskirchen-Möllersdorf, Niederösterreich), 23. 1. 1768; gest. Wien, 22. 8. 1834; röm.-kath. Sohn des Lust- und Ziergärtners Johann (Jean) Antoine (geb. 1731), Vater von →Franz de Paula Antoine d. J., verheiratet mit Anna Barbara Antoine, geb. Hutzler (geb. Wien, 5. 4. 1780; gest. ebd., 7. 9. 1848). – A., über dessen Ausbildung sehr wenig bekannt ist, war ab 1792 im Wiener Hofgarten als Gärtner auf der Burgterrasse beschäftigt. 1810 wurde er als Hofgärtner in den kaiserlichen Dienst aufgenommen und wirkte ab 1816 wesentlich an der Gestaltung des neuen Hofburggartens mit. Daneben war er mit der Betreuung des darin befindlichen, durch seine Eisenkonstruktion beispielhaften Gewächshauses beauftragt (errichtet 1823–26 durch →Ludwig Gabriel von Rémy). In weiterer Folge erhielt er die gärtnerische Aufsicht über den Pratergarten, den Harrachʼschen Garten und den Botanischen Garten am Rennweg. A., der sich großes Ansehen durch die Verschönerung der ihm anvertrauten Anlagen erwarb, hatte vielfältige gärtnerische und botanische Interessen, wobei sein Hauptaugenmerk der Obstbaumzucht galt. Seine Erfahrungen als Pomologe veröffentlichte er in dem Prachtwerk „Abbildung von 51 Pfirsich-Gattungen“, 1821, ein damals maßgebliches Werk der Pomologie, das sowohl wissenschaftlich-botanisch als auch künstlerisch (durch präzise und naturgetreue Darstellungen) überzeugte. A. war Mitglied mehrerer Gartenbaugesellschaften des In- und Auslands, 1830 wurde er Ehrenmitglied der praktischen Gartenbaugesellschaft in Bayern.

L.: ADB; Czeike; Gräffer–Czikann; Wurzbach; U. Giese, Wiener Menagerien, 1962, S. 115; J. Martz, Über die Geschichte und Bedeutung der Gärtnerfamilie A., in: Historische Gärten 7, 2001, H. 1, S. 8–12; Materialiensammlung ÖBL, Naturhistorisches Museum, WStLA, alle Wien; Mitteilung Friedrich Tscherney, Möllersdorf, Fritz Weigl, Langenlois, beide Niederösterreich.
(J. Martz)   
Zuletzt aktualisiert: 1.3.2011  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 1 (01.03.2011)
1. AUFLAGE: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 24
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