Babel von Fronsberg, Franz (1773–1841), Mediziner

Babel von Fronsberg Franz, Mediziner. Geb. Johannesberg, Kurfürstentum Mainz (D), 3. 10. 1773; gest. Lemberg, Galizien (L’viv, UA), 13. 4. 1841. Sohn des Fiscal-Adjunkten Florian Babel, der 1793 mit dem Prädikat „von Fronsberg“ in den Adelsstand erhoben wurde, und der Anna Babel, geb. Ursprung. – Nach dem Schulbesuch studierte B. Philosophie und Medizin an der Universität Lemberg; 1795 Dr. med. In der Folge als praktischer Arzt in Lemberg tätig, fungierte er 1824–34 als Direktor bzw. ab 1834 als Primararzt des dortigen Allgemeinen Krankenhauses, wo er auch ein medizinhistorisches Museum begründete. Daneben unterrichtete B. 1805–08 spezielle Therapie und medizinische Klinik für Wundärzte am Lyceum, 1808–41 hatte er den Lehrstuhl für Pathologie und Therapie an der Universität inne; 1814/15 Rektor des Lyceums, 1839/40 Rektor und Präses des akademischen Senats. 1841 trat er in den Ruhestand. B., der zu den renommiertesten Ärzten Galiziens zählte, förderte insbesondere den Ausbau der dortigen Kurorte, u. a. Lubień, wo auf seine Initiative hin ein Dampf- und Tropfbad errichtet wurde. Darüber hinaus befasste er sich mit der Therapie von chronischem Husten sowie diversen Lungenerkrankungen und erprobte gemeinsam mit seinen Kollegen die heilende Wirkung von Asplenium scolopendrium (Hirschzunge). 1834 zum kaiserlichen Rat ernannt, war er u. a. korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien (um 1842) sowie Ausschussmitglied des Galizischen allgemeinen Pensions-Instituts für Witwen und Waisen.

W.: Nachricht von der Wirkung des innerlichen Gebrauches der Blausäure beim tobenden Wahnsinne, in: Beobachtungen und Abhandlungen aus dem Gebiete der gesammten praktischen Heilkunde von österreichischen Ärzten 4, 1824.
L.: Lemberger Zeitung, 7. 11. 1814, 19. 4., 2. 6. 1841; Medicinisch-chirurgische Zeitung, 3. 3. 1834; Gesundheits-Zeitung, 12. 8. 1839; Gazeta Lwowska, 15. 4. 1841; Der Adler, 12. 5. 1841; Finkel–Starzyński; PSB; Verhandlungen der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, 1842, S. 112; S. Nicieja, Cmentarz Łyczakowski we Lwowie w latach 1786–1986, 1989, S. 321; Leksykon historii Polski, ed. M. Czajka u. a., 1995; AVA, Wien; Deržavnyj archiv Ľvivsʼkoji oblasti, L’viv, UA.
(M. Nadraga)   
Zuletzt aktualisiert: 30.11.2015  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 4 (30.11.2015)
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