Bach, Alexander Frh. von (1813-1893), Ministerpräsident

Bach Alexander Frh. von, Staatsmann. * Loosdorf b. Staatz (N.Ö.), 4. 1. 1813; † Schloß Schönberg b. Wr. Neustadt, 13. 9. 1893. Dr.jur., diente neun Jahre bei der Kammerprokuratur, machte größere Reisen, seit 1843 Advokat in Wien, trat dem Juridisch-politischen Lesever. bei, in welchem er eine bedeutende Rolle spielte; er stand in Opposition gegen das Metternichsche System, unterstützte am 13. 3. 1848 die Forderungen des Volkes und war im Kabinett Doblhoff-Wessenberg bis 8. 10. 1848 Justizmin; nach der Revolution wurde B. im neuen Min. Felix Schwarzenberg-Stadion neuerlich Justizmin., am 28. 7. 1849 Innenmin.; er führte die Reformen zur Neugestaltung Österr.s in konservativem Sinn durch, z.B. die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit, die Grundentlastung, das provisorische Gemeindegesetz, die Neuordnung der Verwaltung. Bach wandte sich immer entschiedener dem konservativen Kurs zu, der im Konkordat von 1855 gipfelte; nach der Niederlage von 1859 wurde er seines Ministerpostens enthoben und Botschafter am Vatikan, 1867 i.R. 1849–59 Kurator der Akad. d. Wiss. in Wien, 1856 Ehrenmitgl.; 1852 gründete er die Österr. Bibliographie.

L.: N.Fr.Pr. vom 14. und 18. 11. 1893; Wr.Ztg. vom 18. 11. 1894; Almanach Wien, 1894; H. Friedjung, A. B.s Jugend und Bildungsjahre, Hist. Aufsätze 1919, S. 24; H. Kohl, Die Legation des Baron B. in Rom, Diss. Wien, 1939; E. Satzinger, A.B. Während des Jahres 1848, Diss. Wien, 1944; Austria Jg. 1, 1946, Heft 4; H.Löw, A.Frh.v.B., Diss. Wien, 1947; R. Charmatz, Lebensbilder aus der Geschichte Österr., 1947, S. 59ff.; R. Kiszling (unter Mitarbeit von Diakow, Ehnl, Hubka und Steinitz), Die Revolution im Kaisertum Österr., 1848–49, 2 Bde., 1948; R. Meister, Geschichte der Akad. d. Wiss. in Wien, 1947; A. Novotny, 1848 – Österr. Ringen um Freiheit und Völkerfrieden vor 100 Jahren, 1949; Uhlirz, s. Reg.; Wurzbach; ADB.; NDB.; Enc. It.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 40
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