Baťa, Thomas (1876-1932), Industrieller

Baťa Thomas, Industrieller. * Zlin (Mähren), 1876; † Otrokovice, 12. 7. 1932. Sohn eines armen Schusters, zuerst Hausierer, begann er nach einigen Jahren mit seinem Bruder Hausschuhe zu erzeugen und beschäftigte bald 50 Heimarbeiter. Nach einer Studienreise durch Deutschland errichtete er 1904 eine kleine Fabrik, büßte aber dabei sein Vermögen ein. Er wanderte nun nach Amerika aus, arbeitete in verschiedenen Schuhfabriken, kehrte mit Ersparnissen heim und begann mit der Erzeugung von Leinenschuhen; im 1. Weltkrieg Heereslieferant, erzeugte er 1917 bereits 10.000 Paar Schuhe täglich. Um die Mitte der zwanziger Jahre wurden täglich bereits 75.000 Paar Schuhe von 6000 Arbeitern hergestellt; 1930 gab es in Zlin 32 Fabriksgebäude mit 16.000 Arbeitern und Filialen in der ganzen Tschechoslowakei und im Ausland. Diese Erfolge waren ein Ergebnis der höchsten Arbeitsrationalisierung, der Autarkie in der Rohstoffversorgung und der Unabhängigkeit vom Bankkredit. B. baute seine Fabrik durch Wohnhäuser, Schulen, Kirchen, Kinos, Klub- und Gasthäuser zu einer eigenen Stadt aus und beteiligte jeden seiner Angestellten am Gewinn des Unternehmens.

L.: R.P. vom 18. 7. 1932; E. Erdely, Ein Schuster erobert die Welt, eingeleitet von H. Wawretschka, 1932; Der Pionier 2, 1936; A. W. Hofmann, Ein Mensch findet zur Wirklichkeit, 1937; T. Svatopluk, Botostroi (Die Schuhfabrik), 1946.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 53
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