Carneri, Bartholomäus von (1821-1909), Abgeordneter, Schriftsteller und Philosoph

Carneri Bartholomäus von, Politiker, Dichter und Philosoph. *Trient, 3. 11. 1821; † Marburg a. d. Drau, 18. 5. 1909. Stud. in Wien Phil. und Jus; 1857–83 verwaltete er sein Gut Wildhaus in der Stmk. und lebte 1885–91 in Graz. Seit 1861 gehörte er dem steir. Landtag an, seit 1870 dem Reichsrat (Dt.-Liberaler); Gegner Taaffes, wurde aber bei wachsendem Radikalismus als zu gemäßigt nicht mehr gewählt und schied aus dem polit. Leben.

W.: Gedichte, 1857; Pflug und Schwert, 1862; Ungar. Volkslieder und Balladen, verdeutscht 1892; Sechs Gesänge aus Dantes Göttlicher Komödie, verdeutscht; Sittlichkeit und Darwinismus, 1871; Gefühl, Bewußtsein, Wille, 1876; Der Mensch als Selbstzweck, 1877; etc.
L.: M.Pr. vom 3. 11. 1891 und 19. 5. 1909; J. Cenz, B.v.C. als Politiker, Diss. Wien, 1948; Giebisch-Pichler-Vancsa; Kosch; Nagl-Zeidler 3, S. 34; Biogr.Jb.; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 137
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