Castelli, Ignaz Franz (1781-1862), Schriftsteller

Castelli Ignaz Franz, Dichter. * Wien, 6. 7. 1781; † Wien, 5. 2. 1862. Stud. Jus, Beamter der n. ö. Stände; 1809 wegen seiner „Wehrmannlieder“ von den Franzosen verfolgt, floh er nach Ungarn, kehrte nach 1813 zurück und wurde wieder n.ö. Landschaftssekretär; 1809–10 Hrsg. d. „Sammler”, 1810/11 d. „Thalia“, 1811–14 Theaterdichter am Kärntnertortheater (ca. 200 Theaterstücke). Er unternahm Reisen durch Ungarn, Frankreich und Deutschland und wurde in Jena zum Dr. jur. prom. 1842 trat er i. R. 1835 Ehrenbürger von Wien, Mitgl. zahlreicher wiss. Ges., Gründer des Wr. Tierschutzver. (1847). Hauptvertreter des gemütlichen, zuweilen etwas derben Wr. Humors. C. besaß eine Smlg. von 12.000 Wr. Schauspielerporträts und Theaterzetteln (seit 1600), die später von der Hofbibl. angekauft wurde.

W.: Wr. Hoftheatertaschenbuch, hrsg. 1813–15; Bären (Anekdoten), 1826; Gedichte in n.ö. Mundart, 1828; Gedichte (Gesamtausg.), 6 Bde., 1835; Sämtl. Werke, 16 Bde., 1843, 2. Aufl. 1848, N. F., 6 Bde., 1858; Auswahl seiner Schriften, 22 Bde., 1844–59; Wörterbuch der Mundart in Österr. unter d. Enns, 1847; Memoiren meines Lebens, 4 Bde., 1861, neu hrsg. von J. Bindtner, mit Einleitung und Anmerkung, 2 Bde., 1914.
L.: Aus dem Leben eines Wr. Phäaken von 1781–1862, hrsg. v. A. Saager, Memoirenbibl., 4. Reihe, 8, 1918; J. Bernhard, I.F.C. als Übers. französ. Bühnenstücke, 1914; F. Beermann, C. als Zeitdichter, Diss.Wien, 1927; W. Martinetz, I.F.C. als Dramatiker, Diss. Wien, 1932; Giebisch-Pichler-Vancsa; Goedeke; Nagl-Zeidler 2, S. 615ff., 737, 882f.; Kosch, Theaterlexikon; Wurzbach; ADB.; Enc.It.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 138
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