Chroust, Anton (1864-1945), Historiker

Chroust Anton, Historiker. * Graz, 10. 3. 1864; † Teilheim (Unterfranken), 22. 5. 1945. Stud. Geschichte und Germanistik in Graz, Dr. phil., 1885–87 Mitgl. des Inst. für österr. Geschichtsforschung in Wien unter Theodor von Sickel, 1887 Priv. Doz. an der Univ. Graz für mittlere Geschichte und Hilfswiss. Da er 1889 an der Begründung des Ver. „Südmark“ beteiligt war, mußte er die Univ. verlassen. Seit 1891 bearbeitete er auf Anregung Felix Stieves für die Hist. Komm. in München die Akten zur Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges. 1893 abermals Priv. Doz. in München, 1898 ao. Prof. für neuere Geschichte in Würzburg, 1902 Ordinarius; er erhielt als einziger Prof. in Deutschland einen Lehrauftrag für österr. Geschichte; Mitbegründer der „Freunde der Univ. Würzburg“ und der Ges. für fränkische Geschichte.

W.: Die langobardische Herzogs- und Königsurkunde, 1887; Ansbert, Tageno und die Historia peregrinorum, 1891 (neu für die Mon. Germ. hist. 1928); Abraham von Dohna, sein Leben und sein Gedicht auf den Reichstag zu Regensburg, 1896; Monumenta Palaeographica (Hauptw.), 9 Doppelbde., hrsg. mit Unterstützung K. Wilhelms II., 1902ff.; Chroniken der Stadt Bamberg, 2 Bde., 1907ff.; Briefe und Akten zur Geschichte des 30jähr. Krieges, Bd. 9–12, 1903–09; Urkundenbuch der Benediktinerabtei St. Stefan in Würzburg, Bd. 1, 1912; Das Würzburger Land vor 100 Jahren, 1914; Geschichte des Großherzogtums Würzburg, 1932; Gesandtschaftsberichte aus München 1814–48, 1. Abt.: Berichte des französ. Gesandten, 6 Bde. und Reg., 2. Abt.: Berichte des österr. Gesandten, 4 Bde., 3. Abt. Berichte des preuß. Gesandten, 3 Bde. 1934f.
L.: C. Erdmann, in: Einleitung zum Bd. „Aufsätze und Vorträge zur fränkischen, dt. und allg. Geschichte von A.Ch.“; Santifaller, n. 123; Enc.It.; Mitt. J. Chroust, Wiesentheid, Bayern.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 147f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>