Clary-Aldringen, Manfred Gf. (1852-1928), Ministerpräsident

Clary-Aldringen Manfred Graf, Staatsmann. * Wien, 30. 5. 1852; † Schloß Hernau b. Salzburg, 12. 2. 1928. 1896 Landespräsident von Schlesien, 1898 Statthalter in Stmk. Nach dem Sturz Badenis, 1899, mit der Regierungsbildung betraut, bildete er am 2. 10. ein provisorisches Kabinett, in dem er den Vorsitz und das Ackerbaumin. innehatte. Er hob die Badenischen Sprachenverordnungen auf und wollte wegen eines Sprachengesetzes verhandeln, doch wurde die parlamentarische Arbeit durch Obstruktion unmöglich. Da Clary den Paragraphen 14 nicht anwenden wollte, trat er am 21. 12. 1899 zurück, wurde wieder Statthalter in der Stmk. bis 1918 und lebte dann auf Schloß Hernau bei Salzburg. Als Statthalter machte er sich um eine gesetzmäßige, moderne Verwaltung, um den „Steiermärkischen Notstandsfonds“ und um die Bekämpfung der Tbc. verdient; im Weltkrieg Präs. des Roten Kreuzes in Steiermark.

L.: N.Fr.Pr. vom 14. 2. 1928; R.P. vom 18. 2. 1928; E. Floch-Wagnes, M.Gf.C.u.A., Der letzte k. k. Statthalter in Stmk., sein Leben und Wirken, 1952.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 149
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