Coch, Georg Theodor (1842-1890), Nationalökonom

Coch Georg Theodor, Nationalökonom. * Hesserode (Kurhessen), 11. 2. 1842; † Konstantinopel, 8. 1. 1890. Er wirkte sehr erfolgreich im Vorderen Orient, England und Österr. zunächst bei versch. Großhandelsunternehmungen und war nach 1866 in Österr. auch in landwirtsch. Großbetrieben leitend tätig; stud. Nationalökonomie, Dr. phil.; auf Veranlassung des Handelsmin. Felix Frh. von Pino-Friedenthal (s. d.) untersuchte Coch 1881 die Einrichtungen ausländischer Postsparkassen und verfaßte das Postsparkassengesetz, das am 28. 5. 1882 die k. Genehmigung erhielt. Als Dir. des neu geschaffenen Postsparkassenamtes verschaffte er diesem von ihm vorbildlich eingerichteten Inst. innerhalb dreier Jahre Weltgeltung. Wenige Monate nach seiner Ernennung zum Sektionschef trat er wegen Meinungsverschiedenheiten über Satzungsänderungen 1886 freiwillig zurück und betätigte sich als sehr geschätzter volkswirtsch. Berater besonders für Ungarn und die Stmk. 1888 übersiedelte er in die Türkei, wo er an die Spitze der eben gegründeten Euphrat Eisenbahn-Ges. trat.

W.: Die Postsparkassen in England, Belgien, Holland und Frankreich mit Hinblick auf Österr., 1882; Entwurf der Statuten der landwirtsch. Bank des Herzogtums Steiermark, 1887.
L.: Festschrift zur feierlichen Enthüllung des G.C.-Denkmales, 1913; 50 Jahre österr. Postsparkasse, 1933.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 150
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