Darányi, Ignaz von (1849-1927), Abgeordneter und Minister

Darányi Ignaz von, Politiker u. Staatsmann. * Budapest, 15. 1. 1849; † Budapest, 27. 4. 1927. Stud. in Budapest, 1873 Advokat, 1878 Sekretär der Tiszavölgy-Ges., 1881 bis 1905 Abg. im ung. Parlament, 1892 Generalkurator der reform. Kirche in Budapest, 1893 Vizepräs. der liberalen Partei, 1895 einer der beiden Vizepräs. des Unterhauses, dann wiederholt Landwirtschaftsmin. in den Regierungen Bánffy, Széll und Khuen-Héderváry, 1896 Geh. Rat, 1903 Generalkurator des Donauer reform. Distriktes. 1904, anläßlich der gewaltsamen Revision der Parlamentsordnung, verließ er mit Andrássy d. Jüng. die liberale Partei und wurde zum Vorsitzenden der Dissidentengruppe, der späteren Verfassungspartei gewählt. 1906 wieder Landwirtschaftsmin. im Wekerle-Kabinett. 1909 Ehrenmitgl. d. Ung. Akad. d. Wiss.; Vorsitzender des Landwirtebundes. D.s Name ist mit den verschiedensten Verbesserungen auf dem Gebiet der Landwirtschaft verbunden. (Theiß-Regulierung, Kampf gegen die Reblaus etc.). Von besonderer Bedeutung waren seine sozialen Reformen (Hilfskassen für landw. Arbeiter und Angestellte, Errichtung von Volksbibliotheken etc.).

L.: G. Gratz, A dualizmus kora (Das Zeitalter des Dualismus), 1934; J. Bernát, Az uj Magyarország agrárpolitikája (Die Agrarpolitik des neuen Ungarn), 1938; Révai 5, S. 301; Gulyás 5.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 170
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