Daublebsky von Sterneck, Robert d. J.; ab 1918 Sterneck (1871–1928), Mathematiker

Daublebsky von Sterneck Robert d. J., ab 1918 Sterneck, Mathematiker. Geb. Wien, 5. 4. 1871; gest. Graz (Steiermark), 18. 3. 1928. Sohn von →Robert Daublebsky von Sterneck d. Ä. und Josephine Daublebsky von Sterneck, geb. Chimani (1844–1926). – Nach dem Besuch des Unter- und des Staatsgymnasiums in Wien-Josefstadt studierte D. ab 1889 Mathematik an der Universität Wien; 1893 Dr. phil. Ab 1893 Volontär an der Bibliothek der Universität Wien, erhielt er dort zwei Jahre später eine Praktikantenstelle, 1898 wurde er Amanuensis an der Bibliothek der Technischen Hochschule. 1895 habilitierte sich D. als Privatdozent für das Gesamtgebiet der Mathematik an der Universität Wien, wo er 1896–1903 v. a. über Differentialgeometrie, analytische Zahlentheorie und Algebra las. 1899 habilitierte er sich auch an der Technischen Hochschule für Mathematik. Dort widmete er sich insbesondere der Differentialgeometrie. 1904 wurde D. als ao. Professor an die Universität Czernowitz berufen; 1906 o. Professor. Bereits 1907 folgte er einem Ruf als o. Professor an die Universität Graz; 1913/14 Dekan der philosophischen Fakultät. Neben der Mathematik interessierte sich D. besonders für Physik, Psychologie und Philosophie. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten befasste er sich in seiner Wiener Zeit und während der ersten Jahre in Czernowitz mit Algebra, mit der additiven Zahlentheorie und ihren Zerfällungsproblemen sowie mit dem Waringschen Problem. In späteren Jahren widmete sich D. experimentalpsychologischen Themen. Eine besondere Faszination übte das menschliche Auge auf ihn aus. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang seine Arbeit „Der Sehraum auf Grund der Erfahrung“, 1907. Ab etwa 1912 verfasste er geophysikalische und hydrographische Arbeiten, wobei er sich schwerpunktmäßig mit der Gezeitentheorie auseinandersetzte. D. war u. a. Mitglied der deutschen Mathematikervereinigung, ab 1898 wirkliches Mitglied der mathematischen Gesellschaft in Moskau, auswärtiges Mitglied des Circolo matematico di Palermo, Ausschussmitglied der philosophischen Gesellschaft an der Universität Wien und des österreichischen Vereins für Bibliothekswesen.

Weitere W.: s. Ottowitz.
L.: Poggendorff 4; Wer ist’s?, 1909; H. Benndorf, in: Gerlands Beiträge zur Geophysik 20, 1928, S. 230ff.; H. Thorade, in: Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie 56, 1928, S. 225f.; H. Peppenauer, Geschichte des Studienfaches Mathematik an der Universität Wien von 1848–1900, phil. Diss. Wien, 1953, S. 321ff., 403f.; A. Aigner, Das Fach Mathematik an der Universität Graz, 1985, s. Reg.; N. Ottowitz, Der Mathematikunterricht an der Technischen Hochschule in Wien 1815–1918, techn. Diss. Wien, 1992, S. 379ff. (mit W.); Technische Universität, UA, beide Wien; UA, Graz, Steiermark.
(D. Angetter)   
Zuletzt aktualisiert: 30.11.2015  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 4 (30.11.2015)
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