Dreher, Franz Anton d. J. (1736–1820), Industrieller

Dreher Franz Anton d. J., Industrieller. Geb. Pfullendorf, Freie Reichsstadt (D), 29. 7. 1736; gest. Kledering (Niederösterreich), 19. 11. 1820; röm.-kath. Sohn des Wirts Franz Anton Dreher d. Ä. (1689–1743), Vater von →Anton (Eugen) Dreher und Klara Antonia Dreher, der späteren Ehefrau des Direktors der Schwechater Brauerei Franz Josef Aich, Großvater von →(Carl) Anton Dreher; in 1. Ehe verheiratet mit Anna Dreher, geb. Huber (geb. Achau, Niederösterreich, 5. 8. 1736; gest. 26. 12. 1803), in 2. Ehe mit Katharine Dreher, geb. Widter (geb. Margarethen, Niederösterreich / Wien, 26. 6. 1786; gest. Baden, Niederösterreich, 17. 7. 1864), Tochter des Simmeringer Braumeisters Johann Georg Widter. – D.s Vater besaß das Kronen-Wirtshaus im schwäbischen Pfullendorf. D. erlernte das Brauhandwerk und kam mit dem Zweiten Schwabenzug um 1760 auf einer Plätte über die Donau nach Wien. Nach einigen Jahren, die er zum Teil als Kellner in einer Bierhalle finanziell überbrückte, konnte er 1780 mit Hilfe der Mitgift seiner Frau eine kleine Brauerei in Oberlanzendorf pachten. 1782 übernahm er das Brauhaus „Im unteren Werd“ in der Leopoldstadt (Wien 2) mit einigen Feldern und führte die beiden Betriebe mit solchem Erfolg, dass er 1796 das noch unbedeutende Brauhaus in Klein-Schwechat (Schwechat) mit 19 ha Ackerland sowie weiteren landwirtschaftlich nutzbaren Flächen kaufen konnte. Nach seinem Tod führte seine Witwe den Betrieb weiter, bis ihr Sohn Anton (Eugen) Dreher 1836 die Leitung übernehmen konnte.

L.: J. Promitzer, Dreihundert Jahre Brauhaus Schwechat, 1932, S. 17ff. (m. B.); Adler. Monatsblatt der Vereine für Sippenforschung in der Ostmark 6, 1944, S. 77ff.; L. Welzl, A. D. und A. I. Mautner v. Markhof, phil. DA Wien, 1987, S. 55ff. (m. B.); G. A. Stadler, Das industrielle Erbe Niederösterreichs, 2006, S. 719; R. Sandgruber, Traumzeit für Millionäre, 2013, s. Reg.; http://www.schwechater.at/home.html (Zugriff 8. 11. 2013).
(J. Mentschl)   
Zuletzt aktualisiert: 15.11.2014  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 3 (15.11.2014)
1. AUFLAGE: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 200
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