Duhm, Julius (1885–1955), Bautechniker und Beamter

Duhm Julius, Bautechniker und Beamter. Geb. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 27. 2. 1885; gest. Wien, 26. 4. 1955; röm.-kath. Sohn des Kaufmanns Julius Duhm. – Noch im Kindesalter übersiedelte D. mit seinen Eltern nach Wien, wo er die Staatsrealschule absolvierte. 1903/04 studierte er Bauingenieurwesen an der TH in Wien und beendete sein Studium 1908 an der deutschen TH in Prag. Nach einem Jahr als Assistent an der Lehrkanzel für Straßen-, Eisenbahn- und Tunnelbau bei →Alfred Birk trat D. 1910 in den Tiroler Staatsdienst ein und arbeitete ein Jahr lang im Brücken- und Straßenbaureferat. Anschließend dem technischen Dienst der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck zugeteilt, leitete er 1911–23 die Verbauungen am Inn und während des 1. Weltkriegs auch das hydrographische Landesbüro. 1923 in den Staatsforstdienst übernommen, wurde er zum Baurat ernannt und mit der Leitung der Bauabteilung bei der Forstdirektion Innsbruck betraut. Nach deren Auflösung (1939) wurde er in das Regierungsforstamt nach Wien berufen, dessen Bauabteilung er ab 1942 leitete; 1951 trat er in den Ruhestand. Neben seiner Berufstätigkeit verfolgte D. auch eine wissenschaftliche Laufbahn. 1930 promovierte er an der deutschen TH in Prag und habilitierte sich ein Jahr später für das Gesamtgebiet des forstlichen Bauingenieurwesens an der Hochschule für Bodenkultur in Wien. 1946 erhielt er einen Lehrauftrag für Baustatik und Festigkeitslehre und den Titel ao. Prof. Ab 1949 hielt D. Vorlesungen über Baustoffkunde und ab 1952 über Erd-, Straßen-, Bahn- einschließlich Seilbahnbau für Kulturtechniker. 1953 tit. o.ö. Prof. D. war Autor zahlreicher, teils mehrfach aufgelegter Publikationen, darunter der Bände „Straßen- und Wegebau“ (1946–47) und „Der Flussbau“ (1946, 2. Aufl. 1951) in der von ihm herausgegebenen Reihe „Technische Handbücher für Baupraktiker“.

Weitere W. (s. auch Allgemeine Forstzeitung): Winke für hochbauliche Qualitätsarbeit, 1948; etc.
N.: Allgemeine Forstzeitung 66, 1955, S. 109 (m. W.), 132 (m. B.).
L.: Internationaler Holzmarkt Telegraf 4, 1951, Nr. 4, S. 3; 100 Jahre Hochschule für Bodenkultur in Wien 1872–1972, 1, 1972, S. 90, 109; 50 Jahre Österreichische Bundesforste, 1975, S. 230–234, TU, Wien.
(H. Killian)   
Zuletzt aktualisiert: 15.3.2013  
PUBLIKATION: ÖBL Online-Edition, Lfg. 2 (15.03.2013)
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