Dunajewski, Julian von (1822-1907), Politiker

Dunajewski Julian von, Politiker. * Neu-Sandec, 4. 7. 1822; † Neu-Sandec, 27. 12. 1907. Bruder des Kardinals Albin D. (s. d.). Stud. in Wien, Lemberg und Krakau Jus., Dr. jur., 1852 Supplent für polit. Wiss. und Statistik in Krakau, 1855 Prof. an der Rechtsakad. in Preßburg, 1860 für Nationalökonom. in Lemberg, 1861 für Staatswiss. in Krakau; seit 1870 Landtagsabg.; 1873–91 Reichsratsabg. und Führer des Polenklubs. 1880–91 Finanzmin. im Kabinett Taaffe, vertrat den föderalistischen Gedanken und war Gegner der Deutschnationalen; suchte das Gleichgewicht im Budget wieder zu erreichen, schuf neue indirekte Steuern und regulierte die Grundsteuer; stellte sich gegen die Wr. Stadterweiterung, da dadurch die Verzehrungssteuerlinie weiter hinausgeschoben wurde. 1887 führte er die Verhandlungen zur Erneuerung des Ausgleichs mit Ungarn, trat 1891, als der Reichsrat aufgelöst wurde, zurück und wurde Mitgl. des Herrenhauses.

W.: Ziemia i kredyt (Land und Kredit), 1864–69; Projekt. Zarys organizacji władz administracyjnych dla Galicji (Projekt. Abriß der Organisation der Verwaltungsbehörden für Galizien), 1871; Gesammelte Reden, 2 Bde., 1901.
L.: M.Pr. vom 29. u. 30. 12. 1907; Biogr.Jb.; P.S.-B.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 204f.
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