Eger, Ferdinand (1868-1948), Jurist und Politiker

Eger Ferdinand, Jurist und Politiker. * Laibach, 22. 12. 1868; † Graz, 2. 10. 1948. Stud. an der Univ. Wien Jus, Dr. jur.; wirkte als Rechtsanwalt zuerst in Adelsberg und dann in Laibach, wo er alle seine Kräfte für die Wahrung der politischen und sprachlichen Rechte der Deutschen in Krain einsetzte. Obwohl auf die Deutschen in Krain im Wahlreformentwurfe des Ministerpräs. Frh. v. Gautsch (s. d.) keine Rücksicht genommen wurde, erreichte E., 1905 Obmann des „Deutschen Vereines“, daß sie doch ein Mandat erhielten, indem man für die Gottscheer einen eigenen Wahlkreis schuf. 1907 setzte E. die Errichtung eines selbständigen deutschen Gymn. in Laibach und 1908 die Ernennung eines eigenen deutschen Landesschulinspektors durch. 1908 wurde er Leiter des „Deutschen Volksrates für Krain“ und Landtagsabg. des Städtewahlbezirkes Gottschee-Reifnitz. E., auch in der Krainischen Sparkasse, im „Deutschen Verein“ und in der „Südmark“ hervorragend tätig, erwarb sich große Verdienste um das Deutschtum in Krain. 1925–33 war er Mitgl. der Steir. Rechtsanwaltskammer und 1933–35 deren Vizepräs. Als Vertreter des Disziplinarrates der Kammer wirkte er 1931–36 als Anwaltsrichter beim Obersten Gerichtshof in Wien.

L.: Mitt. P. Jonke, Klagenfurt.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 219
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