Egger, Ernst (1867-1944), Industrieller

Egger Ernst, Industrieller. * Wien, 1867; † Konzentrationslager, 1944. Sohn des Industriellen Béla E. (s. d.). Nach dem Stud. an der Techn. Hochschule Wien setzte er seine Ausbildung in Amerika fort und trat nach seiner Rückkehr in das Unternehmen seines Vaters ein. Er wurde Dir., später Generaldir. der Vereinigten Elektrizitäts-AG. (VEAG), Baurat h.c., Vorstandsmitgl. des Fachverbandes der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke, Verwaltungs-, Aufsichts- bzw. Direktionsratsmitgl. von 26 Konzernunternehmungen und einigen fremden Aktienges. in verschiedenen Gebieten der österr.-ung. Monarchie und des Auslandes, deren Leitung er auch nach 1918 in der Hand behielt. Mit dem Bau des Murkraft-Elektrizitätswerkes in Lebring bei Graz samt Fernleitung und Transformatorenstationen, erstmalig in Österr. für 22.000 Volt Oberspannung, trat E. in die Reihe der Lieferanten von Groß- und Überland-Elektrizitätswerken. Bald versorgte er viele österr. und ung. Städte und Gemeinden mit solchen Anlagen. Eine Vereinbarung der VEAG mit der Firma Brown-Boveri und Cie. in Baden (Schweiz), führte 1902 zur Gründung der österr., später der ung. Brown-Boveri-Werke-AG. Unter Mitwirkung belgischer Elektrobanken gründete E. die Société ۥElectricité et de Transport de lۥElectricité et de Transport de lۥEurope Centrale in Brüssel. 1929 wurde die VEAG durch Fusion mit der n.ö. Eskompte-Ges. zur Energiewirtschaftsabt. dieser Bank, wobei das Verhältnis dieses Institutes und E.s zu den Konzernunternehmungen im In- und Ausland unverändert blieb. Im Zusammenhang damit wurde seine führende Stellung auf weitere Energiewirtschaftsunternehmen, insbesondere auf die Tiroler und Zillertaler Wasserkraftwerke und die Westtiroler Kraftwerksprojekte ausgedehnt. Von unerschöpflicher Arbeitskraft und Führergabe, umsichtig und tatkräftig, gestaltete er das von seinem Vater übernommene Unternehmen zu einem der bedeutendsten in Österreich aus.

L.: Mitt. F. Wellner, Köppling, Steiermark.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 221f.
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