Egger, Franz d. Ä. (1810-1877), Jurist

Egger Franz sen., Jurist. * Laibach, 25. (10.) 9. 1810; † Wien, 6. 2. 1877. Stud. an der Univ. Wien Jus, 1834 Dr. jur., 1843–77 Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, 1848 Abg. im Frankfurter Parlament, wirkte 1850–60 im Ausschuß der Wr. Advokatenkammer, deren 1. Statut er entwarf und die, 1850 gegründet, die erste Advokatenkammer Österreichs war. Er wirkte u. a. als Mitgl. des Staatsgerichtshofes, Dir. der privil. österr. Nationalbank und der 1. österr. Spar-Casse, seit 1862 als Dekan des Doktorenkollegiums der Rechts- und Staatswiss. Fakultät und trug auch sonst durch seine Tätigkeit zur Erhöhung des Ansehens des Advokatenstandes wesentlich bei. Aus seiner Familie stammen 3 Generationen angesehener Rechtsanwälte (Franz E. jun., † 1888, Gustav E., † 1926, Ernst E., † 1952). Durch seine Vielseitigkeit spielte er auch im musikalischen Leben Wiens eine bedeutende Rolle. 1845–49 und 1854–59 Vorstand des Wr. Männergesangver., stärkte E., seit 1868 Ehrenmitgl., den Aufbau der jungen Körperschaft durch Maßnahmen, die sich teilweise bis heute erhalten haben und die Weiterentwicklung des Ver. förderten. 1851–59 Direktionsmitgl. der Ges. der Musikfreunde, Mitbegründer der 1858 ins Leben gerufenen Singakademie, 1868–77 deren Präs.

L.: N.Fr.Pr. vom 7. 2. 1877; Jurist. Bll. 1877, S. 72; K. Adametz, 100 Jahre Wiener Männergesang-Verein, 1943, s. Reg.; Österr. Studentenkalender, 1867, S. 72; Jahresberichte der Dir. der Ges. der Musikfreunde 1876/77; R. v. Perger und R. Hirschfeld, Die Geschichte der k. k. Ges. der Musikfreunde in Wien, 1912; Mitt. F. Kübl, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 222f.
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