Ehrenzweig, Armin (1864-1935), Richter und Rechtswissenschaftler

Ehrenzweig Armin, Jurist. * Budapest, 15. 12. 1864; † Graz, 29. 9. 1935. Sohn Adolf E.s, des Hirsgs. der Österr. Ver sicherungszeitung. Stud. 1882–86 an der Univ. Wien Jus, 1888 sub auspiciis imperatoris zum Dr. jur. promoviert. Zunächst 14 Jahre im Gerichtsdienst in Wien und N.Ö., zuletzt als Gerichtssekretär (Bezirksrichter). 1896 Priv. Doz. für österr. Privatrecht an der Univ. Wien, 1901 a o. Prof. ebenda. 1913 o. Prof. für österr. Privatrecht an der Univ. Graz, 1934 i. R. Sein Hauptwerk, ein System des österr. Zivilrechts, eine Bearbeitung des Lehrbuches von Krainz-Pfaff, erschien in mehreren Auflagen und beeinflußte die österr. Rechtsprechung außerordentlich. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde es auch von der Rechtsprechung der Nachfolgestaaten berücksichtigt. E., dessen „Gutachten“ maßgebenden Einfluß auf die Teilnovellen zum ABGB ausübte, versuchte in seinen Lehrsätzen dem Gerechtigkeitsgedanken und den Bedürfnissen der Praxis mit Erfolg zu entsprechen.

W.: Über den Rechtsgrund der Vertragsverbindlichkeit, 1889; Die sogen. zweigliedrigen Verträge insbes. die Verträge zu Gunsten Dritter nach gemeinem österr. Rechte, 1895; Gutachten über den Entwurf eines Nachtragsgesetzes zum ABGB, 1908; Grundlinien einer neuen juristischen Studienordnung (gem. mit O. Dungern), 1916; System des österr. allg. Privatrechtes, Bearb.d. Lehrbuches von Krainz-Pfaff, 1899, 5. Aufl. 1913–17; System des österr. allg. Privatrechtes (unter E.s Namen erschienen), umgearb. 1920–25, 2. Aufl.2/1, Das Recht der Schuldverhältnisse, 1928; zahlr. kleinere Aufsätze in Ztgen und Fachzss.
L.: Grazer Tagespost vom 14. 12. 1924 und 30. 9. 1935; M. Pr. vom 30. 9. 1935; Jurist Bll. 1935, n. 19, S. 397; Österr. Anwalts-Ztg. 1934, n. 24, S. 445–448, und 1935, n. 20, S. 38lf.; Zentralblatt für die juristische Praxis, 1936, Jg. 54, S. 769ff.; M. Rath, Die Promotionen und Disputationen sub auspiciis Imperatorís an der Univ. Wien, in: Mitt. des österr. Staatsarchivs 6, 1953, n. 46, S. 114; Kürschner, 1931; Wer ist's?
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 227f.
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