Einspinner, August (1870-1927), Goldschmied

Einspinner August, Goldschmied. * Mürzzuschlag (Stmk.), 30. 7. 1870; † Graz, 28. 4. 1927. Seit 1898 Goldschmiedemeister in Graz; 1901 Mitgl. des Grazer Gemeinderates, 1902 Abg. im steir. Landtag, 1906 Reichsratsabg., 1916–18 im Präsidium für die Bewältigung der kriegswirtschaftlichen Aufgaben der Kammer und Mitgl. des Hauptausschusses für Kriegs- und Übergangswirtschaft. Nach 1918 Mitgl. des Wohlfahrtsausschusses, dann im Landesausschuß und als Militärbevollmächtigter tätig, zog er sich aber immer mehr aus dem polit. Leben zurück. Seit 1906 Kammermitgl., 1920 Vizepräs. und Obmann der Gewerbesektion, bemühte sich E. besonders um das Gewerbeförderungsinstitut, zu dessen geschäftsführendem Präs. er nach der Angliederung dieses Institutes an die Kammer ernannt wurde. Neben der Kammer wirkte E. u. a. im Gewerberate und in der Zentralkomm. für das gewerbliche Unterrichtswesen, im Punzierungs- und Zollbeirat; als Kurator des Landesmus. Joanneum, als Präs. des Steiermärk. Kunstgewerbever., seit 1921 als Geschäftsleiter der Grazer Messe, 1921–24 als Präs. des Hauptverbandes der Gewerbeverbände Österreichs, nachher dessen Ehrenpräs. und zuletzt Präs. des Reichshandwerksrates. E. erwarb sich um das österr. Gewerbe, besonders in Hinsicht auf die Gesetzgebung (Novellierung der Gewerbeordnung von 1907, Gesetz über die gewerblichen Pflichtverbände) und das gewerbliche Schulwesen (Bundeslehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik etc.), um die heimische Wirtschaft und vor allem um das steir. Handwerk große Verdienste. Er trat für die Altersversicherung der Selbständigen, die Entwicklung des steir. Bahnnetzes und seines Zugverkehres und die Förderung des Fremdenverkehres ein.

L.: Mitt. der Kammer der gewerbl. Wirtschaft in Graz.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 235
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