Elisabeth, Amalie Eugenie Kn. von Österr. (1837-1898)

Elisabeth Amalie Eugenie, Kaiserin von Österreich. * München, 24. 12. 1837; † Genf, 10. 9. 1898. Als 2. Tochter Herzog Max Josefs in Bayern und der Prinzessin Ludovica geboren, verlebte sie ihre Jugend meist auf dem bayrischen Schloß Possenhofen und vermählte sich am 24. 4. 1854 mit Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Der Ehe entstammten vier Kinder (Sophie, 1855–57, Gisela, 1856–1932, Rudolf, 1858–89, Valerie, 1868–1924). E., die sich am Wiener Hof nur schwer einleben konnte und sich politisch nicht betätigte, verbrachte ihre Zeit meist mit ausgedehnten Studien oder auf weiten Reisen, wobei das ungar. Schloß Gödöllö und das von ihr erbaute „Achilleion“ auf Korfu ihre Lieblingsaufenthalte waren. Abgesehen von ihrer durch Andrássy nicht ungeschickt ausgenützten Zuneigung für das ung. Volk, die auch politisch nicht ohne Bedeutung blieb, hat sie in das staatliche Leben so gut wie niemals eingegriffen. Am Hof blieben ihr Anerkennung und Verständnis durch die Kaiserinmutter Sophie, sowie durch die konservative Adelsgesellschaft, versagt. Nach dem Tod ihres Sohnes verfiel diese einst schönste Frau ihrer Zeit immer mehr in Schwermut. Von einer Reise heimkehrend, wurde sie in Genf von dem ital. Anarchisten Luccheni ermordet.

L.: Neues Wr. Journal vom 16. 4. 1922; Neues Wr. Tagblatt vom 27. 7. und 5. 9. 1932; Der Wr. Tag vom 1. 3. 1930 und 24. 7. 1937; R.P. vom 19. 11. 1937; N.Fr.Pr. vom 19. 12.1937; Wr.Tagesztg. vom 22. 8. 1948; Presse vom 4. 9. 1948; Wr. Kurier vom 8. 9. 1948; Wr.Ztg. vom 10. 9. 1948; Wr.Kurier vom 4. 2. 1950; - K. Tschuppik, Elisabeth, Kaiserin von Österreich, 1929; M. Paleologue, Kaiserin Elisabeth von Österreich. Dt. Ausg. 1946; K. E. Hirt, Gloria in dolores, Kaiserin Elisabeth von Österreich, 2. Aufl., 1949; H. Vallotton, Elisabeth, die tragische Kaiserin. Dt. Ausg. 1950; E. C. Conte Corti, Elisabeth, die seltsame Frau, 33. Aufl. 1953.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 242
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