Endrici, Coelestin (1866-1940), Bischof

Endrici Coelestin, Bischof. * Don (Nonsberg), 14. 3. 1866; † Trient, 29. 10. 1940. Stud. als Zögling des Germanicums in Rom Theol. und Philos., Dr.theol. und Dr.phil., 1891 Priesterweihe; wirkte 1892–94 als Kooperator in Cles, 1894–96 in Trient, 1896–1904 als Prof. der Moraltheologie und Soziologie und Bahnbrecher der Katholischen Aktion. 1904 Fürstbischof von Trient, betätigte er sich mit großem Eifer besonders für das katholische Vereinswesen, die soziale Frage und die Presse. Da er als Anhänger des italien. Nationalismus galt, wurde er auf Betreiben des Militäroberkommandos während des 1. Weltkrieges, als das Trentino engstes Kriegsgebiet wurde, konfiniert, zuerst in Trient selbst, später im Stifte Heiligenkreuz b. Wien. Nach seiner Rückkehr 1918 wurde er als Märtyrer sehr gefeiert und erhielt einige hohe Auszeichnungen und Titel, z. B. röm. Graf, Päpstl.Hausprälat. Bald aber vernichtete der Faschismus den Großteil seiner Vereins- und Pressewerke. 1929, durch die Erhebung Trients zum Erzbistum, wurde E. Erzbischof.

L.: H. Kramer, Die Italiener unter der österr. Monarchie, in: Wr. hist. Studien, Bd. 2, 1954, S. 53ff., 141ff.; Atesia Augusta, 1940, n. 12, S. 17f.; Archivio per l'Alto Adige, 1940, S. 807 f; H. Kramer, Fürstb. C. E., in: Innsbrucker Beiträge, Bd. 4, 1955.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 249f.
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