Ettingshausen, Andreas Frh. von (1796-1878), Physiker und Mathematiker

Ettingshausen Andreas Frh. von, Physiker und Mathematiker. * Heidelberg, 25. 11. 1796; † Wien, 25. 5. 1878. Vater des Folgenden. Offizierssohn, kam 1809 nach Wien und beendete hier seine Gymnasial-, philos, und jurist. Studien. Er besuchte auch die Bombardierschule, wo er sich vor allem mit Mathematik beschäftigte. 1817 Adjunkt für Mathematik und Physik an der Univ. Innsbruck, 1821 Prof. der höheren Mathematik an der Univ. Wien, 1835 o. Prof, für Physik, angewandte Mathematik und Mechanik, 1837 Dr.phil., 1849–52 wirkte er an der Ing. Akad., 1852 wieder an der Univ. Wien und als Dir. des Physikal. Institutes. Die Ausgestaltung des Institutes wurde unter seiner Leitung wesentlich verbessert, eine genaue Einteilung des Lehrgangs Physik festgelegt. 1862 Rektor, 1866 i. R. E., Mitgl. und 1847–50 erster Generalsekretär der Akad. d. Wiss. in Wien, steht mit der Gründung der Akad. in engster Verbindung. Zahlreich sind E.s einzelne Abhandlungen, die sich mit mathematischen Fragen (Potenzreihen, analytische Übungen, Auflösung eines Systems mehrerer Gleichungen, arithmetische Aufgaben, bestimmte Integrale, Sturmsche Regel, ebene Kurven, Differentialgleichungen, Taylor-Formel, Greenscher-Satz) beschäftigen. Von physikalischen Problemen seien genannt: Vergrößorung von Mikroskopen, Magnetelektrische Maschinen, Lichtschwingungen, Kräfte-Parallelogramm, Gesetze der Musik.

W.: Vorlesungen über höhere Mathematik, 1827; Anfangsgründe der Physik, 1844, 4. Aufl. 1860; etc.
L.: R.P. vom 19. 5. 1918; Almanach Wien, 1851 (Werksverzeichnisi), 1878 (teilw. Werksverzeichnis); R. Meister, Geschichte der Akad. d. Wiss. in Wien, 1947; Poggendorff 1, 3; Memorie degli Agiati Rovereto, 1903, S. 699; Wurzbach; Mitt. E. Schmid, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 271f.
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