Etzel, Karl von (1812-1865), Techniker

Etzel Karl von, Techniker. * Heilbronn, 6. 1. 1812; † Kemmelbach, 2. 5. 1865. Vervollständigte seine Fachausbildung in Frankreich und England und war 1837 beim Bau der linksufrigen Versaillerbahn beschäftigt. 1839 übersiedelte er nach Wien, wo er im Staatsauftrag u. a. einen Plan für die Vergrößerung der Inneren Stadt entwarf und verschiedene Hochbauten –darunter das Dianabad – ausführte. 1843 nach Stuttgart berufen, plante er für Württemberg das Schienennetz und stellte hievon die Linien Plochingen-Heilbronn und Bietingheim-Bruchsal her. 1853 ging er nach Basel und verwirklichte die schwierige Überschienung des Jura-Höhenzuges ins Landesinnere, nach dem Vorbild der Semmeringbahn, durch Herstellung der Hauensteinlinie Basel-Olten; nebenbei baute er das Bankgebäude der Stadt Basel. 1857 Baudir. der K. Franz-Joseph-Orientbahn und nach deren Vereinigung mit der Südbahnges. 1859 Baudir. dieses Unternehmens. Unter seiner Führung wurden die kärntn., ung. und kroat. Strecken hergestellt. E., der die schwierigste Aufgabe, die Bezwingung des Alpenhauptkammes über den Brenner, mit einfachsten Mitteln in vorbildlicher Weise gelöst hatte, erlebte die Vollendung dieses Werkes nicht mehr.

W.: Österreichische Eisenbahnen, entworfen und ausgeführt in den Jahren 1857–1865, 1865; etc.; Mithrsg. der „Bauzeitung“ und Mitbegründer der „Deutschen Eisenbahn Zeitung“.
L.: „Bahn frei!“ Z. des österr. Eisenbahnbeamtenver. vom 1. 9. 1892; Beilage zur „Beamtenztg.“, 1877, n. 34, 35; Geschichte der Eisenbahnen der österr.-ung. Monarchie; E. Mathys, Männer der Schiene, 1947; ADB; V.A. Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 272f.
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