Felner, P. Koloman (Josef) (1750-1818), Kupferstecher und Ordensangehöriger

Felner P. Koloman (Josef), O.S.B., Kupferstecher. * Pisdorf (O.Ö.), 19. 3. 1750; † Lambach, 17. 4. 1818. Schon 1769 in das Benediktinerstift Lambach aufgenommen, mußte F. auf Grund eines Hofdekretes bis zum Alter von 24 Jahren warten und konnte erst 1774 als Kapitular in das Stift eintreten. 1777 Priesterweihe, 1778 als Schüler bei Martin Johann Schmidt in Krems, 1779 bei Jakob Schmutzer in Wien. War dann bis 1804 in der Seelsorge tätig, danach Archivar und Chorregent, seit 1805 auch Ökonom des Stiftes Lambach, welches schwere Amt er durch die Zeit der Franzosenkriege bis zu seinem Tod innehatte. Im Stift unterhielt er auch eine Mal- und Zeichenschule für talentierte Knaben. 1802 Reise nach Venedig, 1813 und 1815 nach München zu Senefelder, dessen lithographische Technik er als erster in österr. übernahm. Seine reiche Kupferstichsammlung befindet sich im Stift Lambach.

W.: Kupferstiche und Lithographien nach Rembrandt, Kremser-Schmidt, Sandraert (Altarbilder zu Lambach), Haubenstricker (Porträts) u. a.; Porträtstiche seiner Lehrer Schmidt und Schmutzer, M. Lindemayrs und A. Schickmayrs; Andachtsbilder; Gebrauchsgraphik. – Publ.: Kleine Kupferstichkunde für Kupferstichfreunde, 1794.
L.: Linzer Ztg. vom 26. 10. und 2. 11. 1821; Die Furche vom 30. 8. 1947; A. Eilenstein, Der Kupferstecher P. K. F., in: Jb. d. Kunsthist. Institutes (Staatsdenkmalamt), 12, 1919, Beiblatt; ders., Heimatgaue 14, 1933; ders. Die Benediktinerabtei Lambach und ihre Mönche, 1932; K. Garzarolli, Das graphische Werk Martin Johann Schmidts, 1925;; W. Luger, P. C. F., St. Adalbero-Kalender 1951; ders., Oberösterreich 1, 1951, H. 3; Krackowizer; Wurzbach; Thieme-Becker.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 298
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