Ferdinand, Erzhg. von Österr., Großhg. von Toskana (1769-1824)

Ferdinand, Erzherzog von Österreich, Großherzog von Toscana. * Florenz, 6. 5. 1769; † Florenz, 18. 6. 1824. Jüngerer Bruder K. Franz II. (I.), von Marchese Manfredini, der später auch als Staatsmann in Toscana und in Salzburg an seiner Seite eine Rolle spielte, erzogen. 1790 Großherzog von Toscana, 1792 k. FM., Kurfürst von Salzburg, Berchtesgaden, Passau und Eichstädt (1803–05, bzw. 1806), Kurfürst von Würzburg (1805). Er war zweimal vermählt und hatte aus erster Ehe fünf Kinder. Erzh. F. regierte in Toscana und in Salzburg im Geiste des aufgeklärten Absolutismus. Sein Vater, K. Leopold II., charakterisierte ihn als „ von freiem und offenem Charakter, von guter und milder Gemütsart, aber nicht von großer Ausdauer“. Mit- und Nachwelt haben seine Mäßigkeit, die kluge Wirtschaftlichkeit seiner Regierungsweise und seinen Kunstsinn, besonders seine musikalische Veranlagung rühmend hervorgehoben.

L.: J. Emmer, Erzh, Ferdinand III., Großherzog von Toscana als Kurfürst von Salzburg, 1878; H. Widmann, Geschichte Salzburgs, 3. Bd., 1914; Insignia Principum Salzburgensium. Die Wappen der Regenten von Salzburg 1495– 1805, mit kleinen Biographien, hrsg. von F. Martin, 1948; Kleine Landesgeschichte von Salzburg, 1949; Enc.It.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 300
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