Ficker, Adolph (1816-1880), Statistiker

Ficker Adolph, Statistiker. * Olmütz, 14. 6. 1816; † Wien, 12. 3. 1880. Ältester Sohn des Philologen Franz F.; stud. am Akad. Gymn. und an der Univ. Wien, 1835 Dr.phil., 1842 Dr.jur. Bis 1843 Prof. der Philologie und Geschichte in Laibach, kam er 1850 an die Univ. Olmütz und 1853 an das Gymn. nach Czernowitz. Im selben Jahre Ministerialsekretär im Handelsmin. in der Dir. der administrativen Statistik, übernahm er 1864 als Regierungsrat deren Leitung. 1870 Ministerialrat im Min. für Kultus und Unterricht, hatte F. wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der Volksschulverfassung. 1873 wurde er Sektionschef und Präs. der statistischen Zentralkomm. F., ein Statistiker von internationalem Ruf, vertrat Österreich auf zahlreichen stat. Kongressen im Ausland. 1870 Mitgl. der Akad. d. Wiss. in Wien. Mitbegründer des Österr. Alpenvereines.

W.: Bevölkerung der österr. Monarchie. . . 1860; Die Völkerstämme der österr.ung. Monarchie. in: Mitt. aus dem Gebiete der Statistik, 1869; Das Keltentum und die Lokalnamen kelt. Ursprungs im Lande ob der Enns, 1861; Der Unterricht in der Statistik an den österr. Univ. und Lyceen 1769–1849, 1880.
L.: Wr. Ztg. vom 17. 3. 1880; Statistische Ms., 1880, H. 4; Beamtenztg. 1880, S. 123; Mitt, des DÖAV, 1880, S. 92/93; Petermanns Mitt. 27, 1881; Almanach Wien, 1880; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 309
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