Fischer, Johann Martin (1740-1820), Bildhauer

Fischer Johann Martin, Bildhauer. * Bebele (Allgäu), 2.11. 1740; † Wien, 27. 4. 1820. Lebte seit 1760 in Wien, Schüler Schletterers. Kurze Zeit in Fünfkirchen (Pécs) tätig, seit 1774 wieder in Wien. Lieferte als Aufnahmsarbeit für die Wr. Akad. d. bild. Künste eine mytho logische Figur (1785), und war seit 1786 über Empfehlung Barths Prof. der Ana tomie, seit 1806 auch Prof. der Bildhauerei, 1815 Dir. der Akad. d. bild. Künste. F. war der bildhaucrische Repräsentant des Josephinismus; trotz der Nüchternheit seiner Werke durch versuchte Nachahmung der Antike ist ein barocker Grundzug nicht zu verkennen, der besonders den Metallfiguren der drei Wiener Brunnen besonderen Reiz verleiht.

W.: In Wien: Parkfiguren in Neuwaldegg und Schönbrunn, 1775; Statuen für die Hochaltäre der Lichtentaler Pfarrkirche, 1778, und der Michaelerkirche, 1781; Portalfiguren am Erweiterungsbau des alten Rathauses, Wipplingerstr., 1781; Hygieia vor dem Josephinum, Währingerstr. 25, 1787; Porträtbüsten für das Zeughaus, 1797, 1800 und 1803 (Städt. Smlg.); Moses am Franziskanerplatz, 1798; Wachsamkeit am Conrad-v.-Hötzendorf-Platz, 1799; Quarin-Büste in den Arkaden der Univ. Wien, 1802; 2 allegorische Brunnen, Am Hof, 1812 (seit 1875 Städt. Smlg.); in N.Ö.: 6 Heiligenfiguren für die Pfarrkirche in Ollersbach, 1765; in Graz: Biwald-Büste in der Universitätsbibliothek, 1807; Grabmal Spöck, Leechkirche, 1813. – Publ.: zwei Abhandlungen über Anatomie.
L.: M. Poch-Kalous, J. M. F., 1949 (mit Urkundenanhang, Werks- und Literaturverzeichnis); G. Wacha, Ein vergessenes Werk J. M. F.s in Graz, in: Mitt. d. Ges.f. vergleichende Kunstforschung 4, 1952; Wurzbach; ADB.; Enc.It.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 322
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