Fleckh, Johann Anton (1822-1876), Jurist, Abgeordneter, Mundartforscher und Volkskundler

Fleckh Johann Anton, Jurist, Politiker, Sprachforscher und Volkskundler. * Grunberg b. Riegersburg (Steiermark), 16. 5. 1822; † Kirchbach, 27./28. 2. 1876. Bauernsohn, stud. an der Univ. Graz Jus, 1847 Dr.jur. 1848 supplierte er den in Frankfurt weilenden Prof. Schreiner für Staatsrecht, war Obmann des Studentenausschusses, verfaßte mehrere Flugschriften und verlangte schon damals die Begründung eines Landesschulfonds. 1849 aus dem Staatsdienst entlassen, wandte er sich der Advokatur zu. 1860–76 vertrat er den Städtewahlkreis Judenburg im steir. Landtag und wurde von diesem in den Reichsrat delegiert, wo er vor nehmlich für das Reichsvolksschulgesetz tätig war. 1867–75 führte er im Landesausschuß das Schulreferat und vertrat diesen auch im Landesschulrat. 1875–76 Notar in Kirchbach. F., einer der besten Kenner der steir. Mundarten, überhaupt ein hervorragender Sprachkenner, war der eigentliche Schöpfer der steir. Schulgesetzgebung und sorgte dafür, daß die Neuschule in Steiermark Wirklichkeit wurde.

W.: Idiotikon von Oststeiermark und Riegersburg, 1846 (Handschrift im Steir. Landesarchiv), verzeichnet in: Steir. Wortschatz als Ergänzung zu Schmellers Bayr. Wörterbuch, hrsg. von F. Khull, 1903; Die Oktoberereignisse des Jahres 1848, dem steir. Landvolk von einem Bauernsohne erzählt, 1848; Mundartliches aus Oststeiermark und Obersteier, in dem Sammelwerk von J. Firmenich „Germaniens Völkerstimmen“, Bd. 2, 1864.
L.: Grazer Tagespost, Februar 1876; Die Bürgerschule, Z., hrsg. von Rothaug, 1886; K. Grill, Judenburg einst und jetzt, 1912; 3. Aufl. 1925; Z. d. Histor. Ver. f. Steiermark, Jg. 35, 1942.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 327
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