Frank, Gustav Wilhelm (1832-1904), Evangelischer Theologe

Frank Gustav Wilhelm, evang. Theologe. * Schleiz, 25. 9. 1832; † Hinterbrühl b. Wien, 24. 9. 1904. Als Werkstudent in Jena besonders beeinflußt von Karl August Hase. 1859 Priv. Doz. in Jena, 1864 ao. Prof. in Jena, 1867 o. Prof. für systemat. Theol. an der ev. theol. Fakultät Wien, anläßlich dieser Berufung Dr. theol. h. c. der Univ. Jena. Seit 1867 Mitgl. des Evang. Oberkirchenrates A.B. Lehnte 1868 eine Berufung nach Gießen und 1884 eine Berufung nach Jena ab. Lange Zeit Vorsitzender der evang. Prüfungskomm.für evang. Theologie. 1903 i.R. F., inseinen Arbeiten von peinlichster Genauigkeit, interessierte sich sehr für Phil. Er beschäftigte sich besonders mit dogmenhist. Problemen und vertrat einen phil. Rationalismus, ohne einen religiösen Supranaturalismus abzulehnen.

W.: Geschichte der protest. Theologie (Hauptwerk, 1. Gesamtdarstellung dieses Stoffes), 4 Tle., 1862–1905 (mit Fragmenten aus dem Nachlaß und Werksverzeichnis); Die k. k. evang.-theol. Fakultät in Wien, 1871; Das Toleranzpatent Kaiser Joseph II., 1881; Hrsg. von: Religionsphilosophie von E. F. Apelt, 1860, und von: K. v. Hase, Ges. Werke, Bd. 8, 1892; etc.
L.: G. Loesche, G. F., Ein Gedenkblatt, 1905; Jahrbuch für die Geschichte des Protestantismus in Österreich, Bd. 19, 1898, S. 164f., Bd. 23, 1902, S. 214; Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, hrsg. v. A. Hauck, 3. Aufl. 1896–1908, Bd. 23, S. 452; Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 2. Aufl., hrsg. v. H. Gunckel und L. Zscharnak, 1926ff., S. 654; Schaff-Jackson, Encyclopedie of Living Divines, 1837, S. 72; Theol. Lit. Kalender, 1904, S. 162.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 4, 1956), S. 343
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