Gabelli, Antonio (1830-1891), Lehrer

Gabelli Antonio, Pädagoge. * Belluno, 22. 3. 1830; † Padua, 7. 10. 1891. Stud. in Padua und Wien, von wo er flüchtete, um nicht den österr. Militärdienst ableisten zu müssen. Arbeitete für den „Monitore dei Tribunali“ in Mailand. 1861 Dir. einer techn. Schule, 1865 Dir. des Konviktes Longone in Mailand. 1874–81 Provinzialschuldir. in Rom. 1886 und 1890 Abg. der italien. Kammer. Förderer des philosoph. Positivismus in Italien, wobei er den Positivismus als Methode, nicht aber als System auffaßte. Nach ihm ist die Sittlichkeit mittels der Vernunft auf das Nützliche begründet, und zwar einschließlich des Altruismus, daher sei die Hauptaufgabe der Erziehung, das Denken zu entwickeln. Das italien. Problem hauptsächlich in der Erziehung sehend, forderte G., daß das Volk von den Vorurteilen und der intellektuellen Bevormundung, die eine Folge der Unwissenheit, der polit. Knechtschaft und einer mangelnden Religionsreform seien, befreit werden müsse. Durch Erklärung und Verbreitung der intuitiven Methode trug er zur Erneuerung des italien. Schulwesens nach dem Risorgimento Wesentliches bei.

L.: A. Amati, A. G., 1893; F. Bianchi, A. G., nella filosofia positiva e nella pedagogia applicata, 1920; G. Gentile, A. G., in: Le origini della filosofia contemporanea, II, I positivisti, 1921; G. Giuffrida, Un maestro: A. G., in: Dottrine e opere nella storia dell’educazione, 1932; Enc.It.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 386
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