Gabler, Wilhelm (1821-1897), Schriftsteller

Gabler Wilhelm, Schriftsteller. * Wartenberg (Stráž pod Ralskem, Böhmen), 14. 3. 1821; † Prag, 27. 2. 1897. Stud. in Prag, 1843 Dr.phil., und reiste 1846 nach Frankreich, um das dortige Schulwesen kennenzulernen. 1848 war G. Sekretär des Nat. Ausschusses in Prag, 1848–50 Redakteur der dt. Tagesztg. „Union“, zeitweise auch der „Národní Noviny“. 1852–54 wirkte er als Erzieher des Prinzen Alexander Karageorgewitsch in Belgrad und stud. anschließend an der Univ. Wien bei Aschbach, Jaeger und Simony; 1855–63 Erzieher in Wien, leitete er 1863–97 die neu errichtete höhere Töchterschule in Prag, für die er Lehrbücher der franz. Sprache verfaßte. 1871 wurde G. ao. Mitgl. der Kgl. Böhm. Ges. der Wiss., 1877 Mitgl. des böhm. Landtags, 1880 Reichsratsabg. G. befaßte sich vor allem mit neuerer Geschichte und galt, ungeachtet seiner stark subjektiven Betrachtungsweise, als bester Kenner dieser Zeit unter den Tschechen.

W.: Die nationale Politik in Österr ., 1850; Alexander Veliký (Alexander der Große), in: Památky archaeologické a místopisné 1861/62 und in: Osvěta 1863; O francouzské revoluci r. 1789 (Über die franz. Revolution des Jahres 1789), in: Musejník 1866, 1867, 1876, 1889; Le Royaume de Bohême et l’état autrichien, 1867; Prager Briefe über die böhm. Frage, 1869; Panna Orleanská (Die Jungfrau von Orléans), in: Matice lidu 6/6, 1870; Verständigen wir uns. Ein offenes Wort an unsere dt. Landsleute, 1879; Svobodní zednáři francouzské a némečtí (Die Freimaurer in Frankreich und Deutschland), 1893; Ludwig XVII. Eine hist. Streitfrage und ihre Lösung, 1897.
L.: Český časopis historický, 1897, S. 131f.; Otto 9.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 388
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