Gallois, Moritz von (1859-1928), Chemiker-Kolorist

Gallois Moritz von, Chemiker-Kolorist. * Linz, 28. 8. 1859; † Frankfurt a. Main, 2. 12. 1928. Stud. an der Techn. Hochschule in Wien und legte 1883 das Staatsexamen ab. Er arbeitete zuerst in der Baumwolldruckerei zu Trumau-Marienthal (Böhmen), 1888–1926 in den Farbwerken Höchst, vormals Meister, Lucius und Brüning (Frankfurt a. Main). G., ein hervorragender Fachmann auf dem Gebiete des Zeugdruckes, arbeitete zuerst über Chrombeizen, dann über Methoden zur Erzeugung von Azofarbstoffen auf der Faser. Sein Verfahren, Aufbringung der Kupplungskomponente auf die Faser vor der Diazokomponente, führte durch Einführung des Türkischrotöls in die Naphtholpräparation zu den wertvollsten Drucken. Die. von ihm entwickelten „haltbaren Azofarbstoffe“ ersparten den Druckern und Färbern die Operation des Diazotierens. G. war auch an der Entwicklung der Küpenfärberei beteiligt.

W.: Die auf der Faser erzeugten unlöslichen Azofarben, 1898; alle die Druckerei betreffenden Ausführungen in: Die Teerfarbstoffe der Farbwerke vorm. Meister, Lucius und Brüning, 1896, 2. Aufl. 1906. Zahlreiche Patente und Publikationen (Druckvorschriften) in Fachbll.
L.: Z. für angewandte Chemie, Jg. 42, 1929, S. 169; Österr. Chemikerztg., Jg. 32, S. 23; Melliand Textilberr., Jg. 10, 1929, S. 261.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 396
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