Ganahl, Carl (I.) (1807-1889), Großindustrieller

Ganahl Carl (I), Großindustrieller. * Feldkirch (Vorarlberg), 5. 3. 1807; † ebenda, 17. 9. 1889. Dritter Sohn des Firmengründers Johann Josef G. (s. d.). Nach Gymnasialstud. in Feldkirch bildete er sich kaufmänn. und sprachlich in der Schweiz weiter und erwarb sich die neuesten Kenntnisse über Beschaffung und Verarbeitung von Baumwolle. Begründer der Baumwollspinnerei in Frastanz (1835). Neben aufbauender Tätigkeit in der Firma Carl Ganahl & Co. wirkte er auch polit. in der Stadtverwaltung Feldkirch. 1848 Wortführer der Vorarlberger Demokraten. Vom Handelsmin. Bruck zum ersten Präs. der 1850 gegründeten Handelskammer in Feldkirch ernannt, setzte er sich als führender Wirtschaftsmann für den Bau einer Eisenbahn von Innsbruck an den Bodensee ein und ist als der Hauptinitiator der Arlbergbahn zu bezeichnen. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, Mitgl. des Staatseisenbahnrates, Mitbegründer des Österr. Lloyd, 1861–85 Vertreter Feldkirchs im Vorarlberger Landtag, Mitgl. des Landesausschusses, war G. überragender Führer der liberalen Partei, die bedeutendste Persönlichkeit des polit. und wirtschaftl. Lebens Vorarlbergs im 19. Jh.

L.: H. Nägele, Ein Jahrhundert Carl G. & Co., 1933; ders., Textilland Vorarlberg, 1949; 100 Jahre Handelskammer und gewerbliche Wirtschaft in Vorarlberg, 1952, S. 32/33; P. Geist, Geschichte Vorarlbergs im Jahre 1848/49, 1922; M. Tiefenthaler, Die Berichte des Kreishauptmannes Ebner, in: Schriften zur Vorarlberger Lkde., Bd. 2, 1950.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 398
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