Gasser, P. Vinzenz (Josef) (1840-1910), Historiker und Linguist

Gasser Vinzenz Ferrer, Fürstbischof. * Inzing (Tirol), 30. 10. 1809; † Brixen, 6. 4. 1879. Besuchte das Gymn. in Innsbruck, absolv. an der Univ. Innsbruck die phil. Kurse und stud. 1829–33 in Brixen Theol. Zunächst als Präfekt des Singknabeninstitutes der Chorherren zu Wilten, nach seiner Priesterweihe (1833) an der St. Jakobskirche in Innsbruck, in Götzens, Wenns und Flaurling in der Seelsorge tätig. 1836–55 Theologieprof. in Brixen. 1848 vertrat G. mehrere Bezirke des Pustertales im Parlament von Frankfurt, 1855 Domkapitular und 1856 Fürstbischof von Brixen. Im Tiroler Landtag und im Herrenhaus war er Führer der Konsérvativen, erkämpfte die Glaubenseinheit Tirols und die mildere Anwendung des Reichsvolksschulgesetzes, erwarb sich besondere Verdienste um die Heranbildung des Klerus (um die Errichtung des Knabenseminars „Vinzentinum“) und um die Förderung des Kolpingver. Als Referent der dogmat. Sektion und der Komm. für Kirchendisziplin verfaßte er auf dem vatikan. Konzil den 2. Entwurf der Konstitution „De fide catholica“ (Infallibilität) und erfreute sich der besonderen Anerkennung Papst Pius IX. Seine Vorlesungen über prakt. Bibelstud. wurden 1920 von F. Hilber neu hrsg.

L.: N.Fr.Pr. vom 7. 4. 1879; Salzburger Ztg. 1879, n. 83; Salzburger Chronik 1879, n. 42, 47, 48; Tiroler Stimmen 1879, n. 79–81, 83, 85, 109; J. Zobl, V.G., 1883; A. Lanner, Tyroler Ehrenkranz, 1925; Buchberger; Wetzer-Welte; Wurzbach; Th. Granderath Geschichte des Vatikan. Konzils, Bd. 2, S. 462ff.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 5, 1957), S. 406f.
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