Glück, Babette (Barbara) Elisabeth; Ps. Betty Paoli (1814-1894), Schriftstellerin

Glück Babette (Barbara) Elisabeth, Ps. Betty Paoli, Dichterin. * Wien, 30. 12. 1814; † Baden b. Wien, 5. 7. 1894. Uneheliche Tochter eines ung. Edelmannes; mußte seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr sich und ihre Mutter erhalten; zuerst Erzieherin in Rußland und Polen, kehrte sie 1835 nach Wien zurück und war Mitarbeiterin bei verschiedenen Zeitschriften, Sprachlehrerin und Übersetzerin. Fand im Hause der Gattin des Philanthropen Josef Wertheimer Aufnahme und befreundete sich mit Grillparzer, Stifter, Feuchtersleben etc. 1843–48 Gesellschafterin der Fürstin Marianne Schwarzenberg, der Witwe des FM. Karl S., 1849 Gesellschafterin in Dresden, Reisen durch Deutschland und nach Paris. Seit 1852 lebte sie wieder in Wien und war Literatur-, Theater- und Kunstreferentin des „Wiener Lloyd“ und der „Österr. Zeitung“. Freundschaft mit H. Laube. Seit 1855 lebte sie bei ihrer Freundin Ida v. Fleischl-Marxow. Bedeutende Lyrikerin, von Byron ausgehend, Lenau geistig und persönlich verbunden, schwermütig, grüblerisch, religiös, freimütig, empfindungsstark; glänzende Essayistin; Übersetzerin Turgenjews und Puschkins.

W.: Gedichte, 1841; Nach dem Gewitter (Gedichte), 1843; Die Welt und mein Auge (Erzählungen), 1844; Romancero (Ep. Gedicht), 1845; Neue Gedichte, 1850; Lyrisches und Episches, 1856; Wiens Gemäldegalerien, 1865; Neueste Gedichte, 1869; Grillparzer und seine Werke, 1875; Gedichte (Auswahl und Nachlese), hrsg. von M. v. Ebner-Eschenbach, 1895 (mit Biogr.); Gesammelte Aufsätze, hrsg. von H. Bettelheim-Gabillon, 1908.
L.: Presse vom 8. 7. 1956; N. Österr. Biogr. 5, 1928 (mit Werks- und Literaturverzeichnis); Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch, Literaturlex.; Nagl–Zeidler–Castle, s. Reg.; Wurzbach; ADB.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 11f.
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