Gnirs, Anton (1873-1938), Archäologe, Prähistoriker und Denkmalpfleger

Gnirs Anton, Archäologe, Prähistoriker und Denkmalpfleger. * Saaz (Žatec, Böhmen), 18. 1. 1873; † Elbogen (Loket, Böhmen), 10. 12. 1938. Stud. an der Dt. Univ. in Prag, Dr.phil. und Lehramtsprüfung, wurde 1899 Prof. an der Marinerealschule in Pola; hier wendete er sich sofort der Erforschung der Altertümer von Pola und Istrien zu, 1901 Kustos der staatl. Antikensmlg. in Pola, 1902 Konservator der Zentralkomm. für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale für Pisino, Pola und Rovigno, 1912 kunsthist. Landeskon servator für Istrien, 1915–18 auch für Krain, erwarb sich große Verdienste bei der Bergung der Kunstschätze und Glocken. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er in seine Heimat zurück, wurde von der tschechoslowak. Regierung in den Schuldienst übernommen, aber für seine wiss. und denkmalpfleger. Arbeiten in den Bezirken Elbogen und Falkenau beurlaubt und 1925 dem Tschechoslowak. Archäolog. Institut zur Mitarbeit an Ausgrabungen prähist. und antiker Fundplätze zugewiesen. G. hat namentlich für die Erforschung und Erhaltung der prähist. und röm. Altertümer von Pola, Istrien, aber auch von Böhmen Bedeutendes geleistet. Mitgl. des Österr. und des Dt. Archäolog. Inst., korr. Mitgl. der Dt. Ges. der Wiss. und Künste für die tschechoslowak. Republik, Ehrenbürger von Karlsbad.

W.: Berr. über die Ergebnisse der Forschungen und Ausgrabungen in Pola und Istrien, namentlich über die röm. Herrschaftsvillen auf Brioni, in Val Bandon und Val Catena, in: Jahresh. d. Österr. Archäolog. Inst. V–XV, Mitt. und Jb. der Zentralkomm. für Kunst- und hist. Denkmale; Istria praeromana, 1925; Kunsttopographie für den Bezirk Elbogen, 1927; Kunsttopographie für die Bezirke Tepl und Marienbad, 1932.
L.: R.P. vom 29. 12. 1933; Jahresber. der Dt. Ges. der Wiss. und Kunst, Prag 1933; Wr. Prähist. Z., Bd. 21, 1934 (mit Schriftenverzeichnis); Aquileia nostra 6, n. 2.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 13f.
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