Godeffroy, Richard (1847-1895), Chemiker

Godeffroy Richard, Chemiker. * Wien, 26. 8. 1847; † Wien, 22. 10. 1895. Stud. am Schottengymn. und an den Univ. Wien und Gießen. 1868 Mag.pharm., 1876 Dr.phil., 1870 Ass. an der Univ. Wien, 1871 Leiter der pharmazeut. Schule des Wr. Apothekerhauptgremiums, 1880 Prof. am Technolog. Gewerbemus. in Wien. G. war Gründer und erster Vorstand des Labors des „Allg. österr. Apothekerver. “ und veröffentlichte seit 1872 alljährlich zahlreiche wiss. Untersuchungsergebnisse, besonders über die Analyse von Medikamenten und Mineralwässern. 1879/80 war G. von W. Exner (s. d.) für das Projekt des Technolog. Gewerbemus. gewonnen worden und gehört so zu den Mitbegründern der „Sektion für Färberei, Bleicherei, Druckerei und Appretur“. Später ging daraus die „Sektion für chem. Gewerbe“ hervor, an der G. als Prof. lehrte. Hier widmete er sich der chem. Technologie des Holzes, entwickelte ein neues Verfahren des Schwarzbeizens und machte auch auf dem Gebiet der Holzschliff - Papierproduktion Versuche. G. wirkte nicht nur auf dem Gebiete der pharmazeut. Chemie, besonders bei der Untersuchung von Mineralwässern, erfolgreich, sondern erkannte auch frühzeitig die Bedeutung der Chemie im gewerblichen Sektor. So stellte er sich als verantwortungsbewußter Lehrer, obgleich er damit einen erfolgreichen wiss. Wirkungskreis verließ, als einer der ersten freudig in den Dienst techn. gewerblicher Volksbildung.

W.: Stud. über die mikroskop. Reactionen der China-Alkaloide, 1878; Compendium der Pharmacie, 1880; Einige neue Farbbeizen der Hölzer, 1883; Tabellen und Formulare zur qualitativen und quantitativen Analyse, 1884; Über die quantitative Bestimmung des Holzschliffes im Papiere, 1888, 1889, 1891; Einige statist. Daten über die Mineral- und Heilquellen Europas, 1892.
L.: Mitt. des Technolog. Gewerbemus., 1895, S. 295 f.; Z. des Allg. österr. Apothekerver., 1895, n. 31; Ws. des n.ö. Gewerbever., 1895, n. 46; Chemikerztg., Jg. 19, S. 81; Mitt. Technolog. Gewerbemus., Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 14
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