Gölis, Leopold Anton (1764-1827), Pädiater

Gölis Leopold Anton, Kinderarzt. * Weissenbach (Stmk.), 19. 10. 1764; † Wien, 20. 2. 1827. Stud. 1788–93 an der Univ. Wien Med., 1793 prom. Er übernahm 1794 die ärztliche Leitung des von Joseph Joh. Mastalier 1787 begründeten „1. öffentl. Kinderkranken-Institutes“, der ersten Poliklinik auf dt. Sprachgebiet. Bisher aus gesammelten Beträgen erhalten, wurde die Anstalt nun ein öffentl. Institut. G., der Begründer der Pädiatrie, der aus Zeitmangel keine eigentliche Lehrtätigkeit entfalten konnte, arbeitete unentgeltlich. In seinen „Prakt. Abhandlungen“ beschäftigte er sich hauptsächlich mit der „hitzigen Gehirnhöhlen-Wassersucht“ und dem chron. Hydrozephalus, im 2. Bd. gab er eine Übersicht über die Häufigkeit von 137 Diagnosen, die an seiner Poliklinik in über 88.000 Einzelfällen gestellt wurden.

W.: Vorschläge zur Verbesserung der körperlichen Erziehung in den ersten Lebensperioden, 2. Aufl. 1823; Tractatus de rite cognoscenda et sananda angina membranacea, 1813; Prakt. Abhandlungen über die vorzüglicheren Krankheiten des kindlichen Alters, 1815–18; etc.
L.: N. Nekrolog der Deutschen, 5, 1827, I, S. 225; Steyermärk. Z. 8, S. 134–140 und N.F. 6, 1840, S. 122–123; Sbb. des Ver. der Ärzte 5, 1868/69; F. Liharzik, Festrede über das Leben und Wirkendes verst. Herrn k. Sanitätsrates Dr. L. A. G., gehalten am 30. 5. 1864, 1864; Hirsch; Wurzbach; A. Peiper, Chronik der Kinderheilkunde, 2. Aufl., 1955.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 15f.
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