Gollob, Heinrich (1886-1917), Maler

Gollob Heinrich, Maler. * Graz, 8. 6. 1886; † Straßengel b. Graz, 10. 1. 1917. Sohn eines Tischlergesellen; erlernte in der lithograph. Kunstanstalt Matthey in Graz die Steindruckerei, wanderte dann nach Italien, wo er sich entschloß, Maler zu werden. Er stud. in München bei G. Hackl und K. Marr, in Wien bei Delug (s. d.) und Rumpler, und endlich in Graz bei A. Schrötter und A. Zopf, wo er besonders das Blumenstück pflegte. Auf einer Spanienreise heiratete er 1912 die Malerin Hanna von Reininghaus. Übersiedelte dann nach Wien, wo ihn mit dem engl. Maler Gordon MacCouth enge Freundschaft verband. Seine draufgängerische Art verlockte ihn zu romant., oft gefährlichen Abenteuern wie zu einem Spazierritt nach Albanien etc. Nach kurzer Dienstzeit als Dragoner und nach einigen schaffensfrohen Monaten im Barockschlößl eines Reiner Abtes zu Straßengel nahm er sich das Leben.

W.: Farbenglühende Stilleben, Porträts (Obstlt. Franz Gf. Meran, Prof. Paul Schmidtbauer, Prof. Gustinus Ambrosi, Selbstbildnisse), figurenreiche Kompositionen („Die span. Zigeuner“), farbige Lithographien und Federzeichnungen.
L.: Grazer Tagespost vom 10. 1., 12. 1., 14. 1. 1917 und vom 25. 9. 1921; Grazer Tagbl. vom 11. 1. 1917; R. Passini und G. Ambrosi, H. G. Das letzte Lied (Privatdruck), O.J.; Kunst und Kunsthandwerk 1917, S. 378, 1918, S. 67; Studie, Vol. 58, London 1917, p. 332; Kunstchronik, N.F. 29, 1918, S. 37; Gedächtnisausstellung und Nachlaßauktion, Sezession Wien, 1918; Katalog der Künstlerporträtausstellung, München, 1918: W. Suida, Die Landesbildergalerie in Graz, 1923; Thieme–Becker.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 28
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