Grassauer, Ferdinand (1840-1903), Bibliothekar

Grassauer Ferdinand, Bibliothekar. * Sallingstadt (N.Ö.), 26. 6. 1840; † Weidling b. Wien, 26. 10. 1903. Sohn eines Lehrers, stud. bis 1862 Theol., trat dann jedoch in den Staatsdienst, 1863 Akzessist bei der Staatskredit-Hofbuchhaltung, stud. daneben Geschichte und Geographie, 1866 Dr.phil., und unterrichtete 1869–75 an einer Privatmittelschule. 1867 Amanuensis an der Univ. Bibliothek Wien, 1875 Kustos, 1884 Dir.; 1890 unternahm er eine Studienreise nach Deutschland, Frankreich, England, Holland; 1903 Hofrat i. R., Mitbegründer des „Ver. der österr. Bibliothekare“. Die meisten wichtigen Einrichtungen, die heute noch in Gebrauch sind, gehen auf G. zurück, u.a. die Einführung des „numerus currens“, Neuauflage des alphabet. Grund-Katalogs, Erweiterung der Leseräume, Katalogräume und Kanzleien, Leihverkehr der österr. Bibliotheken unter Herausgabe des „Generalkatalogs der laufenden period. Druckschriften“. Unter G.s Tätigkeit als Dir. nahm die Univ. Bibliothek einen großen Aufschwung, die Bücherbestände vermehrten sich um das Doppelte und das ganze Institut wurde zu einer „Public Library“, die allen interessierten Lesern, nicht nur den Studenten, offenstand.

W.: Landeskunde von Österr.-Ungarn, 1875; Die Alpen. Bilder aus dem Hochgebirge, 1879; Die Donau, 1879; Das Erzherzogtum Österr. ob der Enns, in: Die Länder Österr.-Ungarns in Wort und Bild, 1879; Hdb. für österr. Universitäts- und Studienbibliotheken, 1883, 2. Aufl. 1899; Ziele und Aufgaben des internen Bibliothekswesens, 1896; Generalkatalog der laufenden period. Druckschriften in den österr. Bibliotheken, 1898.
L.: Mitt. des österr. Ver. für Bibliothekswesen, Bd. 7, 1903.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 49
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