Grisi, Carlotta; verehel. Perrot (1821-1899), Tänzerin

Grisi Carlotta, Tänzerin. * Vicinado b. Mantua, 28. 6. 1821; † Saint-Jean b. Genf, 20. 5. 1899. Cousine der Folgenden. Auch stimmlich sehr begabt, stud. in der Ballettschule der Mailänder Scala. Das Zusammentreffen in Neapel mit dem berühmten Tänzer und Choreographen J. Perrot gab den Ausschlag für die tänzerische Laufbahn. Sie vervollkommnete sich in seinem Unterricht und heiratete ihn vor dem Gastspiel in Paris, das in der damaligen Zeit für alle Künstler eine gesellschaftliche und künstlerische Notwendigkeit bedeutete. Der Pariser Kritiker Th. Gautier, der die „Dame mit den Veilchenaugen“ zeitlebens verehrte, schrieb für sie mehrere Libretti, deren bedeutendstes zum Ballett „Giselle“ (Paris, Juni 1841) gestaltet wurde; die G. identifizierte sich mit dieser Titelrolle. Ihre Gastspielreisen an alle großen Bühnen Europas, mit ihrem Gatten Perrot als Partner und Ballettmeister, erhellten noch einmal den Balletthimmel der Romantik. In ihrem 35. Lebensjahr zog sie sich von der Bühne auf ihr Landhaus bei Genf zurück, wo ihre Tochter Ernestine zur Welt kam, die in jungen Jahren die Gattin des Malers Pinchart wurde.

L.: S. Lifar, C. G., 1941, engl. 1947; ders., Giselle, Apothéose du ballet romantique, 1942; C. W. Beaumart, The ballet called Giselle, 1944; Sohlmans Musiklex., red. von G. Morin, C. A. Moberg, E. Sundström, 1948.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 65
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