Grisi, Giulia (1811-1869), Sängerin

Grisi Giulia, Sängerin. * Mailand, 28. 7. 1811; † Berlin, 29. 11. 1869. Ausgebildet von L. Boccabadati, P. C. Guglielmi u.a., debut. G. 1829 in Bologna als „Emma“ in Rossinis „Zelmira“, sang dann am „Teatro La Pergola“ in Florenz; bei der Uraufführung von Bellinis „I Capuletti ed i Montecchi“, Venedig, „Teatro la Fenice“ am 11. 3. 1830, verkörperte sie die Julia. Von ihrem darauffolgenden Wirken an der Mailänder Scala unbefriedigt, ging G. zu ihrer Tante G. Grassini (1773–1850) und zu ihrer Schwester Giuditta (1805–40) nach Paris und debut. dort am 16. 10. 1832 an der Italien. Oper; Rossini übertrug ihr die Rolle der Semiramide. 1834–49 verbrachte G. abwechselnd ein halbes Jahr in Paris und in London, wo sie am 8. 4. 1834 als Ninetta in Rossinis „La gazza ladra“ debut. hatte. In diese Zeit fiel auch G.s erste Ehe mit Gérarde de Melcy (1836–42), die später geschieden wurde. Bellini schrieb 1834 „I Puritani“ für G., Rubini, Tamburini und Lablache (Uraufführung, Paris, 25. 1. 1835), Donizetti das „Duo concertante“ in „Don Pasquale“ für G. und den Tenoristen Mario, ihren späteren Gatten. Nachdem G. in St. Petersburg aufgetreten war, machte sie 1854 eine Tournee nach den Vereinigten Staaten, wohin sie Mario begleitete. 1856 wieder in Paris, 1859 für kurze Zeit in Madrid, später wieder in London. Sie machte von dort eine Reise nach Berlin, wo sie bald nach ihrer Ankunft starb.

Hauptrollen: Elvira (I Puritani), Semiramide, Norma; etc.
L.: Frank-Altmann; Grove; Riemann; Schilling; Sohlmans Musiklex., red. von G. Morin, C. A. Moberg, E. Sundström, 1948; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 65
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