Grohmann, Adolf (1825-1895), Industrieller

Grohmann Adolf, Industrieller. * Würbenthal (Vrbno, Österr. Schlesien), 7. 9. 1825; † ebenda, 16. 1. 1895. Jüngerer Sohn des Industriellen Joseph G. (s.d.). Gründete 1867 in Würbenthal eine Fabrik zur Weiterverarbeitung des Walzdrahtes und richtete eine Drahtzieherei, Drahtstifte- und Kettenfabrikation ein. G. pachtete zur Erweiterung der Erzeugung die Hoch- und Deutschmeisterschen ehemaligen Hüttenwerke in Ludwigsthal, die, wie alle Hüttenwerke im Ostrauer und Karwiner Gebiet, durch die Anwendung von Koks im Hüttenbetrieb einen großen Aufschwung nahmen. 1884 trat Robert G., der älteste Sohn des Gründers, als Gesellschafter in den Betrieb ein, den er durch seine Kenntnisse und Arbeitskraft rasch vorwärtsbrachte. (Erzeugung von Dauerbrandöfen, Dampfkessel-Speiseapparaten, Cohnfeldschen Apparaten, Drahtzügen); 1896 auf Robert G.s Initiative Vereinigung der schles. Drahtziehereien, Ketten- und Drahtzieherfabriken zur gem. Gründung der Mähr.-Schles. A. G. für Drahtindustrie, der späteren Kabel- und Drahtindustrie in Oderberg. Die Herstellung von Drahtzäunen, Kleinmetallwaren und Stahlwaren wurde aufgenommen, eine Galvanisierungsabt. und eine Wr. Niederlassung der Firma „Adolf Grohmann & Sohn“ eingerichtet. Durch die Kriegsverhältnisse in seiner Entwicklung geschädigt, erholte sich der Betrieb unter der Leitung von Robert G.s Enkeln Kurt und Lothar G.; sie gründeten 1926 eine Niederlassung in Prag und erwarben kurz vor dem Zweiten Weltkrieg die Eisengießerei in Buchbergsthal, die modernst ausgestattet wurde und viele Erzeugnisse exportierte, so daß die Firma in der ganzen Welt bekannt wurde. 1945 vom tschech. Staat enteignet und vertrieben, gelang es Lothar G., in Bielstein im Rheinland die Firma „Adolf Grohmann & Sohn“ allmählich wieder aufzubauen.

L.: E. Zöllner, Chronik von Würbenthal, in: Freudentaler Ländchen, 1955, S. 56ff; Mitt. F. Lenz, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 68f.
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