Grohmann, Carl (1809-1874), Industrieller

Grohmann Carl, Industrieller. * Schönlinde (Krásná Lípa, Böhmen), 27. 4. 1809; † Lindenau (Lindava, Böhmen), 8. 8. 1874. Sohn des Vetters von Joseph G. (s.d.). 1832 in die Rotgarnfärberei des I. Martin in Martinstal bei Zwickau eingetreten, verheiratete er sich 1834 mit einer Tochter desselben und übernahm pachtweise den Betrieb nach dem Tode des Besitzers. 1845 erwarb er in Lindenau ein Grundstück, auf dem früher eine Garnbleiche bestanden hatte, und errichtete dort 1849 eine eigene Türkischrotgarnfärberei, die er bald vergrößern konnte, indem er auch Blau- und Buntfärberei in Betrieb nahm und mit ihren Erzeugnissen bald der Einfuhr ausländ. Marken zu steuern vermochte. 1865 gründete G. eine Rotgarnfärberei in Wisterschan bei Teplitz, die 1866 auf seine Söhne Martin († 1914) und Theodor († 1919) überging. Unter deren Leitung entstand 1907/08 eine Macofeinspinnerei, eine Baumwollspinnerei und Zwirnerei in Wisterschan bei Teplitz und Bensen; sie gründeten die Peter- und Pauli-Zeche in Nechwalitz bei Teplitz, die Grohmannschen Kohlenwerke A. G. in Bartelsdorf bei Görkau, die Znaimer Vigognespinnerei und besaßen seit 1894 die Zeche Eisenberg bei Brüx. Nachdem der zweitälteste Sohn Carl G.s Johann G. († 1913) 1872 Teilhaber des Lindenauer Betriebes geworden war, wurde dieser nun als Fa. „Carl Grohmann & Sohn“ protokolliert. Johann G. führte das Geschäft nach dem Tode seines Bruders August (1884) allein mit Erfolg weiter und nahm wiederholt bedeutende Vergrößerungen vor. Er richtete die Färberei 1879 auf Dampfbetrieb ein, erwarb die alten Gebäude in Martinstal und gestaltete sie zu einer Baumwollgarnbleiche mit Dampfbetrieb um (1879). Da neben der Garnbleiche und Rotfärberei die Buntfärberei stetig an Bedeutung gewann, errichtete er hierfür 1866 und 1894 im Rahmen seines Betriebes eigene Gebäude.

L.: Wr.Ztg. vom 15. 4. 1910; J. Grohmann, Gedenkschrift zum 60jährigen Bestande der Färberei in Lindenau, 1909; Mitt. des Nordböhm. Exkursions-Klubs, Jg. 32, H. 2, 1909, S. 145f.; Großind. Österr.; Mitt. E. und Th. Grohmann, Wien, F. Lenz, Wien, E. Stade, Schwarzenbek (Holstein).
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 6, 1957), S. 69
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